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Thomas-Cook-Geschädigte: Das sollten Kunden jetzt wissen | BR24

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Die Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook bleiben nun doch nicht auf den Kosten für ihren geplatzten Urlaub sitzen. Die Bundesregierung ersetzt die finanziellen Schäden, die Versicherungen nicht übernehmen.

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Thomas-Cook-Geschädigte: Das sollten Kunden jetzt wissen

Die Bundesregierung hilft Betroffenen der Thomas Cook-Insolvenz. Niemand bleibe auf seinen Kosten sitzen, heißt es. Heute hat die Reisebranche in Hamburg ihr Jahrestreffen. Vier Fragen und vier Antworten für Betroffene.

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1. Wie reagieren die Reiseveranstalter ?

Nahezu alle betonen, dass das Vertrauen in die Pauschalreise auch nach solch einer gewaltigen Insolvenz nie erschüttert war. Dazu wurden dann auch schnell noch Umfragen präsentiert, die das untermauert haben. Unerwünscht ist allerdings ein Absicherungsmodell für die Kunden, das für die Veranstalter nicht finanzierbar ist.

2. Was raten die Veranstalter den betroffenen Kunden ?

Der Rat an die betroffenen Kunden: Urlauber, deren Reise nach der Insolvenz von Thomas Cook abgesagt wurde, das sind ja über 550 000, müssen erstmal gar nichts machen. Wenn sie sich beispielsweise beim Reisebüro gemeldet haben, werde Anfang 2020 alles in die Wege geleitet, damit das Geld aus Berlin dann übernommen wird. Kunden, die schon entschädigt wurden, seien davon natürlich nicht betroffen.

3. Wie wird die Finanzhilfe umgesetzt ?

Wie die Verbraucher an ihr Geld kommen sollen, ist noch unklar. Über das genaue Vorgehen werde noch mit dem Insolvenzverwalter und der Versicherung gesprochen, sagte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) in Berlin. Die Differenz zwischen dem, was von der Kundenversicherung erstattet wird, und dem, was offen bleibt, übernehme der Staat.

Auch eine Summe konnte Lambrecht zunächst nicht nennen - das hänge von vielen offenen Rechtsfragen ab. Die Schadenssumme wird deutlich über der versicherten Summe von 110 Millionen Euro liegen.

4. Gelten diese Entschädigungsregelungen künftig für alle Reisen ?

Grundsätzlich nicht. Die Bundesregierung diskutiert aber eine Höherstufung der Pflichtversicherung in Deutschland oder die Einrichtung eines Feuerwehrfonds für Entschädigungszahlungen.

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Nach der Thomas-Cook-Pleite haben zahlreiche Kunden um ihr Geld bangen müssen. Der Grund: Die Obergrenze für die Versicherungen lag zu niedrig. Deutschland hatte eine EU-Richtlinie nicht umgesetzt.

© BR/Ralf Schmidberger

Bericht von der Jahrestagung des Deutschen Reiseverbandes