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Thomann: Der fränkische Weltmarktführer bei Musikinstrumenten | BR24

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Thomann hat seinen Firmensitz im fränkischen Treppendorf

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    Thomann: Der fränkische Weltmarktführer bei Musikinstrumenten

    Als der Oberfranke Hans Thomann mit Ende 20 die Firma seines Vaters übernimmt, will er das Unternehmen erfolgreich umgestalten. Schon 1996 steigt er in den Online-Handel ein. Heute ist Thomann Chef des weltgrößten Onlineladens für Musikinstrumente.

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    Gerade mal 200 Einwohner hat der kleine Ort Treppendorf im Landkreis Bamberg. Doch genau dort befindet sich der mächtigste Musikhändler der Welt: Thomann. Das fränkische Unternehmen verkauft online mehr Instrumente und Audiotechnik, als irgendjemand sonst auf der Welt.

    Firmenchef Hans Thomann hat ganz klein angefangen, als Instrumentenbauer. Vor 30 Jahren übernimmt er den Musikladen seines Vaters – und wird von vielen belächelt: Damals hat er kaum Mitarbeiter, aber hohe Ziele.

    "Irgendwie war mein Traum, hochwertige Gitarren zu verkaufen, teure Mischpulte – außerhalb von Franken, außerhalb von Bayern, außerhalb von Deutschland, außerhalb von Europa. Das war schon meine Vision: Ich will irgendwann den besten Musikladen auf der Welt haben." Hans Thomann, Geschäftsführer Thomann

    Selbst der Vater erklärt ihn zunächst für verrückt

    Mit einem Schmunzeln erinnert sich Thomann an seine erste Versandhalle: "Da hat mein Vater auch noch gelebt und der hat sich total gewundert und gesagt: 'Hey, bist du verrückt? Was brauchst du denn so eine große Versandhalle mit 2.000 Quadratmetern?'. Ich bin dann auch unsicher geworden und dachte: Die ist schon groß, die wird jetzt die nächsten … wahrscheinlich bis zu meinem Lebensende ausreichen!"

    Doch kurz darauf baut Thomann die nächste Lagerhalle – doppelt so groß. Mittlerweile sind es 100.000 Quadratmeter, plus ein paar Außenlager.

    1996 startet Thomann seinen Onlinehandel

    Als Musikhändler vom Dorf will Thomann der Konkurrenz einen Schritt voraus sein. Als einer der ersten wagt er 1996 das Experiment Onlinehandel – die wohl beste Entscheidung seines Lebens. Schon seit 24 Jahren bietet er Instrumente und Technik im Internet an. Heute erzielt Thomann damit fast seinen kompletten Umsatz. Bis zu 30.000 Pakete verlassen das Lager – pro Tag.

    Von der Blockflöte bis zum Steinway-Flügel

    Es ist nicht leicht, hochmotivierte Arbeitskräfte in die Provinz zu locken, ins abgelegene Treppendorf – mittlerweile sind es fast 1.500. Thomann muss ihnen einiges bieten: Bandprobenräume, Fitness-Studio, Weihnachtsgeld. Ungelernte Mitarbeiter erhalten einen Mindestlohn von 12 Euro.

    Gegen den global operierenden Online-Giganten Amazon hat es Thomann schwer. Gewinnen kann er nur mit professioneller Beratung. Egal, ob für Blockflöte oder Steinway-Flügel. Fast alle Berater sind selbst Musiker, kommunizieren in 18 Sprachen. Um auf dem internationalen Markt bestehen zu können, muss Thomann einen besseren Service bieten als andere. Auch 70 Instrumentenbauer und Elektroniker sorgen dafür.

    Gitarren-Boom bei Thomann in der Corona-Krise

    Bei Thomann hat selbst die Corona-Krise nicht zu großen Erschütterungen geführt. Niemand musste in Kurzarbeit. "Wir hatten keine großen Umsatzverluste. Wir hatten Umsatzverschiebungen. Das heißt, wir haben viel mehr digitale Pianos verkauft, viel mehr Schlagzeuge. Und was sehr gut lief: die Gitarren!", sagt der Geschäftsführer.

    Gestern noch ein kleines Ladengeschäft, heute ein globaler Player. Der Umsatz in diesem Jahr: etwa 1,1 Milliarden Euro. Die Erfolgsgeschichte von Thomann ist noch nicht zu Ende.

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