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Tesla widersetzt sich Behörden - Produktion wieder aufgenommen | BR24

© pa/dpa/Terry Schmitt

Firmenparkplatz von Tesla in Fremont, 10.5.2020

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    Tesla widersetzt sich Behörden - Produktion wieder aufgenommen

    Tesla hat die Produktion in seinem Werk in Kalifornien wieder aufgenommen und sich damit Behördenanweisungen widersetzt. Das hat Konzernchef Musk bestätigt und melodramatisch darum gebeten, dass die Behörden nur ihn festnehmen sollten.

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    Die Produktion im kalifornischen Tesla-Hauptwerk in Kalifornien läuft wieder, entgegen den Anweisungen der Behörden in der Corona-Krise. Via Twitter bestätigte Konzernchef Elon Musk, dass die Anlage am Standort in Fremont mit rund 10.000 Mitarbeitenden entgegen der Auflagen wieder in Betrieb sei.

    Musk: "Nehmt bitte nur mich fest"

    Lokal-Sender hatten zuerst gemeldet, dass der Tesla-Firmenparkplatz in Fremont, 40 Kilometer südlich von San Francisco gestern plötzlich voll gewesen sei. Dann verließen auch Lkw, beladen mit neuen Elektroautos, das Firmengelände. Und das, obwohl seit dem 23. März in dem Werk nicht mehr gearbeitet werden darf.

    Öffentlichkeitswirksam schrieb Tesla-Chef Elon Musk wenig später auf Twitter, dass er selbst am Fließband stehen werde. Wenn jemand in seinem Unternehmen festgenommen werden solle, dann sollte er es sein.

    Dem Autohersteller droht laut kalifornischem Gesetz nun ein Bußgeld von 1.000 Dollar pro Tag oder 90 Tage Haft. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, sagte zu dem Fall, es sei nun am Gesundheitsamt im Bezirk Alameda, entsprechend zu reagieren. "Auch wir werden uns den Fall genauer ansehen."

    Behörden werden wohl nachgeben

    Dass es zu einer Eskalation zwischen dem Bundesstaat und seinem einzigen, nennenswerten Autohersteller kommt, ist aber eher unwahrscheinlich. Am Abend zeichnete sich eine Einigung zwischen der Bezirksverwaltung von Alameda und Musk ab. Das ließ der Leiter der Gesundheitsbehörde von Alameda, Scott Haggerty, zumindest durchblicken: "Ich will natürlich nicht, dass jemand festgenommen wird. Aber Elon hat uns in eine Situation versetzt, wo wir nicht wegsehen können. Das wird sicherlich Konsequenzen haben."

    In den vergangenen Tagen hatten Tesla und der Bezirk verhandelt, wie eine Öffnung des Werkes mit 10.000 Mitarbeitenden in der kommenden ablaufen kann. Elon Musk hat diese Gespräche offenbar torpediert und heute die Brechstange herausgeholt. Erst am Wochenende hatte er dem kalifornischen Staat gedroht, den Firmensitz, also die Verwaltung, nach Texas oder Nevada zu verlagern.

    Tägliche Gesundheitschecks bei 10.000 Mitarbeitern

    Am Abend war dann aber zu erfahren, dass der Autohersteller einen Plan vorgelegt hat, wie es seine Mitarbeitenden in dem Werk schützen will. Von täglichen Gesundheitschecks war da die unter anderem die Rede.

    Vermutlich wird der Autohersteller eine Geldstrafe für die verfrühte Aufnahme seiner Produktion zahlen müssen. Es sieht aber alles nach einer gütlichen Einigung aus. Sprich: Tesla wird auch morgen die Fließbänder nicht anhalten müssen.

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