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Wirtschaft im Corona-Schock | BR24

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Wirtschaft im Corona-Schock

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Wirtschaft im Corona-Schock

Ab Montag gelten verschärfte Corona-Regeln. Die Beschlüsse von Bundes- und Staatsregierung werden sich massiv auf das wirtschaftliche und soziale Leben in Bayern auswirken.

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Von
  • Peter Althammer

Wieder müssen Restaurants und Hotels, Fitness-Studios, Theater und Kinos schließen - zumindest bis Ende November. Zwar kündigte die Regierung an, zehn Milliarden Euro zur Unterstützung bereitzustellen. Doch trotzdem fürchten viele Unternehmer und Selbständige aus diesen Bereichen um ihre Existenz und die Mitarbeitenden um ihre Stellen.

Dehoga Bayern: Von Wut bis Hoffnung alles dabei

Das bayerische Gastgewerbe befindet sich nach Aussagen des Hotel- und Gaststättenverbandes "in einer Schockstarre". Die Betriebe hätten viel investiert, Hygienekonzepte umgesetzt, Mitarbeiter geschult und auf Gäste verzichtet. "Die Reaktionen reichen von totaler Verzweiflung, Wut, Unverständnis, Angst über Ratlosigkeit bis hin zur Hoffnung", sagt Angela Inselkammer vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband. "Angst und Ratlosigkeit, weil man nicht weiß, wie und ob es weitergeht. Die Hoffnung ist, dass Betriebe lieber jetzt mit schnellen staatlichen Entschädigungen zusperren, um dann über Weihnachten wieder öffnen zu dürfen."

Kramer: Einschränkungen "mit zu wenig Augenmaß"

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, die rund 30.000 Solo-Selbständige vertritt, hat eine unbürokratische Auszahlung der Hilfen für die Betroffenen aus der Kultur- und Veranstaltungsbranche gefordert. Der bürokratische Aufwand für die bisherigen Darlehensprogramme sei sehr groß. Frank Werneke begrüßte, dass Solo-Selbständige 75 Prozent vom Umsatz des November 2019 ersetzt bekommen sollen.

"Die Einschränkungen von grundgesetzlich garantierten Freiheitsrechten erschrecken mich als Arbeitgeberpräsidenten, Unternehmer und Bürger gleichwohl", so Ingo Kramer, Arbeitgeberpräsident. "Meines Erachtens sind die Einschränkungen von sozialen Kontakten im privaten Wohnbereich wie im wirtschaftlichen Bereich mit zu wenig Augenmaß geregelt worden und zu weitgehend getroffen." Der Arbeitgeberpräsident erklärte, dass die Einschränkung unternehmerischer Freiheit bei gleichzeitiger Alimentierung durch den Staat kein dauerhaft tragfähiges Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft sei.

Neue Stützungsmaßnahmen durch die EZB?

Und der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie forderte die Politik auf, ihre Entscheidungen wesentlich stärker zu erklären als in den vergangenen Monaten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mittlerweile Hinweise auf mögliche neue währungspolitische Stützungsmaßnahmen im Dezember gegeben. Die Währungshüter werden eine gründliche Neubeurteilung der Konjunkturaussichten vornehmen und dann auf die Corona-bedingte neue Situation reagieren. Das teilte die EZB nach der heutigen Ratssitzung mit.

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Die neuen strengen Auflagen stoßen bei Lokal- und Regionalpolitikern auf Verständnis, denn in vielen Gemeinden steigt die Zahl der Neuinfektionen steil an. Die Wirtschaft dagegen ist in großer Sorge.

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