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Autos und Kleintransporter stehen am Autoterminal im Duisburger Hafen für den Groß- und Außenhandel bereit, hinten Kräne im Containerhafen.

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    Tarifverhandlungen im Groß- und Außenhandel

    Eine Woche nach dem Einzelhandel startet heute auch der Groß- und Außenhandel in die Tarifrunde. Rund 270.000 Beschäftigte arbeiten in der Branche, die gemessen am Umsatz die größte in Bayern ist.

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    Von
    • Birgit Harprath

    Der Groß- und Außenhandel war vom Lockdown nicht so stark betroffen wie der Einzelhandel. Trotzdem dürften die Verhandlungen alles andere als leicht werden. Die einen liefern, was die anderen für ihre Kundschaft oder ihre Arbeit benötigen: So funktioniert die Rollenverteilung im Handel. Wenn Elektrikern die Schaltkästen ausgegangen sind oder Installateuren eine bestimmte Armatur suchen, wenn Apotheken ein bestimmtes Medikament nicht vorrätig haben oder Gaststätten frisches Gemüse brauchen, dann fragen viele von ihnen nicht beim Hersteller oder Produzente, sondern beim Großhändler nach.

    Außenhandel spürt Probleme bei Lieferketten

    Trotz Corona und der Folgen lief das Geschäft zum Teil nicht schlecht – gerade im Bereich Pharmazie oder bei den Baustoffen. Wer aber Restaurants beliefert, hat ein Problem. Die Außenhändler bekommen die Schwierigkeiten mit den Lieferketten zu spüren. Beim ersten Treffen heute in der Tarifrunde werden sich die Gewerkschaft Verdi und der Landesverband Groß- und Außenhandel erst einmal gegenseitig Zahlen vorlegen.

    Gewerkschaft fordert 4,6 Prozent plus 45 Euro

    Die Forderungen von Verdi stehen seit Anfang März. Die Entgelte und die Vergütungen der Azubis sollen um 4,5 Prozent steigen, plus 45 Euro mehr im Monat. Das kommt gerade unteren Einkommensgruppen zugute. Als Wertschätzung für gute Arbeit unter massiv erschwerten Arbeitsbedingungen in der Pandemie will Verdi die Forderung verstehen. Den Firmen, die durch die Pandemie in einer Krise stecken, bietet die Gewerkschaft differenzierte Lösungen an – aber nur, wenn sie tarifgebunden sind. Die Arbeitgeber rechnen die Forderungen zusammen und kommen auf 6,15 Prozent. Das überfordere die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vieler Unternehmen.

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