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Tarifkonflikt im bayerischen Kfz-Gewerbe | BR24

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Ein Termin bei der Kfz-Werkstatt– in dieser Woche könnte das für den einen oder anderen länger dauern. Die IG Metall ruft zu Warnstreiks auf. Zweimal hatte sich die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern am Verhandlungstisch getroffen– bisher ergebnislos.

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Tarifkonflikt im bayerischen Kfz-Gewerbe

Ein Termin bei der Kfz-Werkstatt – in dieser Woche könnte das für manche länger dauern. Die IG Metall ruft zu Warnstreiks auf. Zweimal hatte sich die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern am Verhandlungstisch getroffen – bisher ergebnislos.

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Rund 85.000 Beschäftigte in Bayern sorgen dafür, dass ein defekter Auspuff ersetzt, der beschädigte Kotflügel erneuert oder der Wagen fit für den Sommer gemacht wird. Ihr Arbeitsplatz ist meist eine kleine Werkstatt – seltener die Niederlassung eines großen Autobauers.

Mit dem Ausstieg aus dem Tarifvertrag verschlechterte sich die Gewerkschaftsposition

Das aber ist auch ein Problem für die Gewerkschaft. Nur wenige sind an den Tarifvertrag gebunden – was nicht immer so war. Früher verhandelte die IG Metall mit dem Innungsverband feste Regelungen aus. Da fast jeder Betrieb dort Mitglied ist, galt das Tarifwerk entsprechend für alle.

Doch 2008 verabschiedete sich der Verband vom Verhandlungstisch. Dort nahmen dann Vertreter einer Tarifgemeinschaft Platz, der aber nur noch rund 600 Firmen angehören. Ihr Angebot an die Gewerkschaft: 4,3 Prozent – allerdings für 24 Monate. Die IG Metall fordert fünf Prozent für zwölf Monate.

Hohe Erwartungen versus ungewisse Zukunft

Jetzt wird vor dem nächsten Treffen Mitte Juni Druck gemacht. Die Branche ist derzeit im Umbruch. Die großen Autobauer verkaufen immer öfter ihre Fahrzeuge selbst, statt sie über Händler anzubieten. Um Elektroautos zu reparieren, braucht es weniger Aufwand. Sprich: weniger Personal, aber mehr Technik.

Die Rendite der Werkstätten stimme nicht mehr

Dafür muss eine Kfz-Werkstatt erst einmal eingerichtet werden. Das kostet. Auf der anderen Seite sind meist noch Autos mit Verbrennungsmotor unterwegs. Die Auslastung stimme noch – so sieht es die Gewerkschaft. Die Arbeitgeber dagegen verweisen auf eine schlechtere Rendite im Vergleich zur letzten Tarifrunde vor zwei Jahren.