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Tarifabschluss im bayerischen Kfz-Handwerk | BR24

© dpa-Bildfunk/Felix Kästle

Ein Auszubildender im KFZ-Handwerk schneidet in einem Ausbildungszentrum mit einer Flex einen alten Auspuff auf.

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Tarifabschluss im bayerischen Kfz-Handwerk

Für die 85.000 Beschäftigten des bayerischen Kfz-Handwerks gibt es ab dem 1. Juli mehr Geld. Vor allem Berufseinsteiger und Auszubildende profitieren.

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5,3 Prozent mehr Geld - mindestens aber 160 Euro mehr bekommen die Beschäftigten von bayerischen Kfz-Werkstätten und Autohäusern. Der neue Tarifvertrag für das bayerische Kfz-Handwerk hat eine Laufzeit von 2 Jahren. Darauf hat sich die Gewerkschaft IG Metall mit den Arbeitgebern geeinigt. Die Tariferhöhung läuft in zwei Stufen ab: Zunächst gibt es am 1. Juli 2,7 Prozent mehr, ein Jahr später steigt das Entgelt dann weiter.

Kfz-Handwerk wird für junge Menschen attraktiver

"Vor allem Beschäftigte mit niedrigem Einkommen, Berufseinsteiger und Auszubildende profitieren überproportional." Johann Horn, Bezirksleiter IG Metall Bayern

Das sei ein guter Abschluss mit einem satten Reallohnplus für alle Beschäftigten, so Horn weiter. Vor allem aber würde das Kfz-Handwerk für junge Menschen attraktiver und zukunftsfähiger. So erhalten Auszubildende künftig insgesamt 100 Euro mehr Ausbildungsvergütung.

Arbeitgeber bemängeln Belastung für kleine Betriebe

Die Arbeitgeber sind zwar zufrieden mit der Einigung, geben aber zu bedenken, dass diese vor allem für kleinere Kfz-Innungsbetriebe eine zusätzliche Belastung bedeute. Grund sei die immer noch nicht überwundene Dieselkrise.

Ein Sprecher der Tarifgemeinschaft des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes sagte dem BR, dass vor allem Autohäuser stärker belastet würden. Sie hätten gerade das Problem, dass sich neuere gebrauchte Dieselfahrzeuge schwerer verkaufen lassen. Im Schnitt stehe so ein Fahrzeug drei Monate auf der Verkaufsfläche. Auch geleaste Dieselfahrzeuge, die zurückgegeben werden, bescherten den Autohäusern Verluste. Die Tariferhöhung komme daher für sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt, so der Sprecher.

Junge Nachwuchskräfte werden händeringend gesucht

Die IG-Metall widerspricht. Gerade die Kfz-Werkstätten könnten zusätzlich von der Dieselabgaskrise profitieren.

"Das Geschäft brummt, die Werkstätten sind gerade besonders gut ausgelastet, dort wird mit der Dieselabgaskrise richtig Geld gemacht.“ Johann Horn, Bezirksleiter IG Metall Bayern

Deshalb würden junge Nachwuchskräfte händeringend gesucht. Das Kfz-Handwerk habe das grundsätzliche Problem, dass die Beschäftigten schlechter bezahlt werden als in der Autoindustrie. Deshalb sei es der Gewerkschaft besonders wichtig gewesen, dass sich der Tarifabschluss besonders für die unteren Gehaltsgruppen lohne.