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Der Grenzübergang Walserberg in Fahrtrichtung Salzburg.

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Tanktourismus im Nachbarland: Nicht alles ist erlaubt

Die hohen Spritpreise sorgen dafür, dass aktuell viele gerne mal schnell über die Grenze nach Österreich oder Tschechien fahren. Dort sind Benzin und Diesel teils deutlich günstiger. Doch bei dem kleinen Grenzverkehr sind einige Regeln zu beachten.

Von
Gabriel WirthGabriel Wirth
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In Österreich und Tschechien sind die Spritpreise niedriger als bei uns. Das ist schon länger so. Einige Tankstellen stehen nicht umsonst schon seit Jahren direkt hinter der Grenze, wie am Übergang Walserberg an der Bundesstraße 91 in der Nähe von Bad Reichenhall. Doch jetzt lohnen sie sich noch mehr, da hierzulande Benzin und Diesel spürbar teurer geworden sind.

Einreisebestimmungen beachten

Wer mal schnell zum Tanken ins Nachbarland will, muss wissen, dass trotz offener Grenzen bestimmte Corona-Einreiseregeln gelten. So darf aktuell nur nach Österreich einreisen, wer die 3-G-Regel erfüllt, also genesen, geimpft oder getestet ist und zwar entweder mit einem PCR Test, der nicht älter als 72 Stunden ist, oder einem Antigen-Test, der maximal 48 Stunden alt sein darf. Das gilt auch für den kleinen Grenzverkehr, also für Kurzaufenthalte von weniger als 24 Stunden, länger dürfte das Tanken eigentlich nicht dauern. Wer es allerdings mit einem längeren Ausflug verbindet und zum Beispiel über Nacht bleiben will, braucht zudem eine elektronische Reiseregistrierung. Ähnliche Einschränkungen gibt es auch bei der Einreise nach Tschechien.

Zudem gilt zu beachten, dass sich die Lage aufgrund der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie jederzeit weiter ent- oder auch verschärfen kann. Je nachdem können sich die Regeln wieder schnell ändern.

Sicherheit geht vor

Natürlich sind die günstigen Spritpreise in einigen Nachbarländern verlockend, wem es allerdings nicht reicht, sein Fahrzeug voll zu tanken, darf zusätzlich Kanister befüllen. Doch zu viel ist auch nicht erlaubt. In Österreich und Tschechien darf man höchstens zehn Liter Sprit in einem Reservekanister in einem Privatfahrzeug transportieren. Darauf weist unter anderem der ADAC hin. Ignoriere man diese Vorgaben, müsse man mit empfindlichen Bußgeldern rechnen, die von Land zu Land unterschiedlich hoch sein können, heißt es auf der Internetseite des Automobilclubs.

Wer trotzdem mehr mitnimmt, muss unter Umständen die in Deutschland fällige Mineralölsteuern nachzahlen, wenn er bei der Einreise vom Zoll erwischt wird. Aus einem EU-Mitgliedstaat dürfen in einem Privatfahrzeug neben der Tankfüllung maximal 20 Liter in einem extra Reservebehälter eingeführt werden. Der Zoll empfiehlt in dem Zusammenhang, die Tankbelege mitzuführen.

Nicht jeder Kanister ist erlaubt

In Deutschland darf man zwar mehr Treibstoff in Privatfahrzeugen mitnehmen und zwar 60 Liter je Reservekanister, maximal 240 Liter, allerdings müssen die Kanister der Reservekraftstoffkanister-Zulassung – kurz RKK – entsprechen. Das bedeutet, sie müssen dicht, fest verschließbar und bruchsicher sein. Natürlich müssen sie auch im Fahrzeug entsprechend gesichert werden.

Bei der Dekra weist man zudem daraufhin, dass die Kunststoffbehälter nicht älter als fünf Jahre sein sollten, weil sie mit der Zeit spröde werden. Eine Prägung auf den Behältern zeigt das Herstellungsdatum.

Verboten ist dagegen der Sprittransport in Wasserkanistern oder anderen ungeeigneten Flaschen und Gefäßen. Daneben muss man sich auch die Frage stellen, wo man den Kraftstoff dann Zuhause lagert. Auch hier ist nicht alles erlaubt. Hier sind unter anderem die Garagenverordnungen der Länder zu beachten.

Günstiger Sprit spart nicht unbedingt Kosten

Natürlich sind die hohen Spritpreise in Deutschland für viele ein Ärgernis, vor allem wenn sie diese mit den Preisen in Österreich und Tschechien vergleichen. In Österreich und Tschechien kostet ein Liter Diesel derzeit im Schnitt etwas über 1,30 Euro, ein Liter Super unter 1,40 Euro.

Trotzdem lohnt sich nicht immer eine Fahrt über die Grenze, denn auch die Autofahrt kostet und zwar jeder Kilometer und je weiter weg die Tankstelle, umso teurer wird es. Dazu kommt der zeitliche Aufwand. Außer natürlich man verbindet das Tanken mit einem touristischen Ausflug, Tanktourismus.

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Die Benzinpreise waren zuletzt so hoch wie seit neun Jahren nicht. Während die Antwort der Politik auf sich warten lässt, nehmen immer mehr Autofahrer eine neue Ausfahrt: Sie tanken im günstigeren Österreich.

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