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Studie zur Armut: So stehen die Großstädte in Bayern da | BR24

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Die Zukunft eines Menschen hängt immer mehr davon ab, wo er aufwächst und wohnt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Die Armut ist in Städten über 100.000 Einwohner besonders hoch.

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Studie zur Armut: So stehen die Großstädte in Bayern da

Die Zukunft eines Menschen hängt immer mehr davon ab, wo er aufwächst und wohnt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Die Armut ist in Städten über 100.000 Einwohner besonders hoch. So kommen Bayerns Städte weg.

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Dank des langjährigen Wirtschaftsbooms ist die Armut in Deutschland zwar insgesamt gesunken. Doch längst nicht alle Teile des Landes profitieren gleichermaßen von dem Aufschwung. Laut einer Bertelsmann-Studie zum Thema Armut ist vor allem ein Problem in Großstädten zu erkennen. In deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern lag der Anteil der Sozialhilfeempfänger im Jahr 2016 bei 14 Prozent und damit beinahe 4 Prozentpunkte höher als der bundesweite Durchschnitt.

Menschen nehmen Armut stärker wahr

Dieser Umstand spiegelt sich auch in der Wahrnehmung der Menschen wieder. Laut einer von der Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegebenen Studie haben viele Menschen in deutschen Großstädten den Eindruck, dass die Armut zunimmt. Fast die Hälfte der Menschen in Großstädten sind laut der Studie der Meinung: Die Armut in den vergangenen zehn Jahren sei gestiegen. Bundesweit ist nur jeder dritte Befragte dieser Meinung.

"Der subjektive Blick zeigt, dass die Bürger deutlichen Handlungsbedarf sehen. Von der Politik erwarten sie größere Anstrengungen beim Kampf gegen Armut in einem so reichen Land wie Deutschland", Henrik Riedel von der Bertelsmann-Stiftung

So steht Bayern im Armutsvergleich da

Die Armut in bayerischen Großstädten ist in den vergangenen zehn Jahren durchgehend gesunken oder zumindest gleich geblieben. Auch im bundesweiten Vergleich haben die Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern im Freistaat deutlich weniger mit Armut zu kämpfen. Doch innerhalb Bayerns sind große Unterschiede zu erkennen.

Städte mit den meisten Sozialhilfeempfängern in Bayern (in Prozent, 2016)

  1. Nürnberg: 12
  2. Fürth: 10
  3. Augsburg: 8
  4. München: 7
  5. Regensburg: 7
  6. Erlangen: 6
  7. Ingolstadt: 5

NRW schneidet schlecht ab

Laut der Bertelsmann-Studie ist im Bundesvergleich vor allem Nordrhein-Westfalen von Armut betroffen. Der Wohlfahrtsverband Diakonie äußert sich dazu besorgt:

"Dieses oft unvermittelte Nebeneinander unterschiedlicher Welten gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zustimmung zur Demokratie." Ulrich Lilie, Chef der Diakonie Deutschland

Die Großstädte des Ruhrgebiets weisen eine Armutsquote von über 19 auf. Landesweites Schlusslicht ist Gelsenkirchen, wo 26 Prozent der Menschen auf Sozialhilfe angewiesen waren. Eine ähnlich hohe Quote von Leistungsempfängern weist in Deutschland nur noch Bremerhaven mit 25 Prozent auf.