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Ferienwohnungen im Check - Airbnb und FeWo-direkt im Duell | BR24

© picture alliance/Bildagentur-online

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Ferienwohnungen im Check - Airbnb und FeWo-direkt im Duell

Schon Pläne für die Pfingstferien? Privat vermietete Unterkünfte machen den gewöhnlichen Hotels starke Konkurrenz. Die Hochschule München hat in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk zwei Branchenführer unter die Lupe genommen.

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Die Portale FeWo-direkt und Airbnb treten gegeneinander an. Wer hat die attraktiveren Angebote? Das wollte die Fakultät für Tourismus der Hochschule München wissen. In einem Projekt mit dem Bayerischen Rundfunk hat eine Gruppe Studierender unter der Leitung von Professor Peter Greischel mehrere Tage die Angebote genau unter die Lupe genommen - und ausgewertet.

Gecheckt haben die Studierenden die Anzahl der Angebote, den Preis, die Lage und die Qualität der Inserate sowie der digitalen Kundenbetreuung.

In München ist Airbnb umstritten

Mit München liegt Airbnb im Streit. Viele Wohnungen würden dauerhaft an Touristen vermietet, was nicht erlaubt ist. Die Stadt forderte die Herausgabe der Vermieterdaten. Der Vorwurf: Zweckentfremdung. Doch das sei eben eher das Problem der Vermieter, so Peter Greischel:

"Der Buchende kann den Konflikt mit Airbnb ganz gelassen sehen, das Problem hat eher der Vermieter und das Problem hat natürlich auch der ganze Wohnungsmarkt dadurch, dass eben Wohnraum entzogen wird." Peter Greischel, Hochschule für Tourismus, München

Ferienwohnungen: Preise und Kundenservice auf dem Prüfstand

So schaut man an der Fakultät für Tourismus ganz entspannt auf Preise und Kundenservice. Es geht um zwei Topziele in Bayern: Füssen mit Neuschwanstein und Prien am Chiemsee. Der Zeitraum: erste Woche der Pfingstferien, 8. bis 15. Juni. Die Suche: jeweils eine Ferienwohnung für eine vierköpfige Familie und ein Zimmer für ein Paar.

Ferienwohnungen an Pfingsten sehr gefragt

Sowohl Prien als auch Füssen sind an Pfingsten wohl schon sehr gefragt. Bei FeWo-direkt heißt es da: "Bald buchen, es sind nur noch 28 Prozent der Unterkünfte verfügbar." Bei Airbnb finden die Studierenden einige Quartiere mit dem Vermerk: "Sehr beliebt, diese Unterkunft ist normalerweise ausgebucht." Das habe Methode, sagt Greischel:

"Die Plattform baut natürlich häufig Druck damit auf, um den Einzelnen zum möglichst schnellen Buchen zu bewegen. Das schnelle Buchen ist aber nicht immer das gute Buchen, also lieber die Zeit nehmen und sich davon nicht beeindrucken lassen." Peter Greischel, Hochschule für Tourismus, München

Kunden-Bewertungen: nur bedingt aussagekräftig

Wie sieht es mit den Preisen aus? Bei Airbnb stößt man bei den Paarangeboten auf eine große Spanne von "sehr günstig" bis "extrem teuer". Studentin Nadine Schuster findet Zimmerpreise zwischen 300 und 400 Euro für sieben Nächte vor: "Allerdings ist von der Ausstattung relativ viel dabei, überall mit Bettwäsche, meistens mit einem Parkplatz kostenlos dazu."

Und wo genau befinden sich die Unterkünfte: weit im Umkreis oder zentral in den Wunschorten Prien oder Füssen? Die Angebote scheinen recht verstreut zu liegen. Die einen direkt in der Stadt oder in Seenähe, andere vier oder fünf Kilometer entfernt. Bei der Qualität könnte man erst einmal nur den Fotos glauben. Ob die stimmen, ist allerdings nicht nachprüfbar. Also checken die Studierenden die Kundenbewertungen - und werden bei FeWo-direkt sofort stutzig.

"Viele Unterkünfte sind überhaupt gar nicht bewertet. Und wenn sie bewertet sind, gibt es nur sehr wenige Bewertungen, teilweise nur ein oder zwei. Aber wenn sie bewertet sind, sind die meisten sehr gut bewertet, im Vier-, Fünf-Sterne-Bereich. Manche sind aber schon eher veraltete Bewertungen, teilweise fünf bis sechs Jahre alt." Cessy Imuwahen, Studentin

Airbnb gegen FeWo-direkt - wer macht das Rennen?

Das Ergebnis: Die Anzahl der Angebote ist bei beiden Portalen in etwa gleich hoch, allein für Paare in Prien bietet Airbnb deutlich mehr Zimmer. Beim Preisvergleich jedoch liegt FeWo-direkt vorne. Durchschnittlich 558 Euro pro Woche und Zimmer in Prien - das kostet deutlich weniger als bei Airbnb. Dort treiben einige Luxusangebote die Preise.

Durchschnittlich acht Kilometer seien bei Airbnb die Unterkünfte vom eigentlichen Zielort entfernt, bei FeWo-direkt seien es etwas mehr. Die Qualität der Unterkünfte lasse sich bei FeWo-direkt viel schlechter beurteilen, da es wesentlich weniger Bewertungen gebe. Auch bei der Servicequalität würde FeWo-direkt unterliegen, so der Gesamteindruck der Studierenden.

"Grundsätzlich haben wir jetzt den Eindruck gewonnen, dass man bei Airbnb wesentlich mehr Ansprechpartner hat, wenn man wirklich Probleme hat. Die unterstützen einen, bieten auch direkt auf der Internetseite eine Plattform." Lisa Parteli, Studentin

Angebot der Ferienwohnungen ist vergleichbar

Man könne insgesamt von einem "vergleichbaren" Angebot reden, meint der Professor. Airbnb zeige eine "etwas höhere Qualität", nehme aber auch "etwas höhere Preise". Airbnb sei aber in Sachen Stornobedingungen oder Mietvertrag "letztlich auch doch benutzerfreundlicher".

Die gesamte Hochschul-Studie gibt es als Download hier bei mehr/wert.