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Blick auf Berlin

Blick auf Berlin

Bildrechte: dpa Bildfunk / Jens Kalaene
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    Studie: Weniger Wohnungsangebote wegen Mietendeckel

    Eine gemeinsame Analyse des Ifo-Institutes und des Onlineportals Immowelt zeigt, dass das Angebot an Mietwohnungen in Berlin eingebrochen ist, nachdem der Mietendeckel eingeführt wurde.

    Von
    Gabriel WirthGabriel Wirth
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    Das Angebot an Mietwohnungen in Berlin ist nach der Einführung des Mietendeckels um bis zu 60 Prozent eingebrochen. Die Forscher griffen bei ihrer Untersuchung auf Daten des Immobilienportals Immowelt zurück.

    "Bereits nach der Ankündigung des Mietendeckels ist das Angebot an Berliner Wohnungen stark zurückgegangen." Ifo-Experte Mathias Dolls

    Angebot an Wohnungen bleibt knapp

    Das Angebot verharrt auch nach dem Aus auf dem niedrigeren Niveau, wie Münchner Wirtschaftswissenschaftler weiter feststellten. Dies liegt ihrer Meinung nach zum einen daran, dass viele Wohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt wurden. Die Vermietung wurde unrentabel. Dafür spreche auch, dass während des Mietendeckels die Zahl der Kaufanzeigen deutlich angestiegen sei.

    Zum anderen sei es auch denkbar, dass Vermieter in Zukunft neue Versuche für die Durchsetzung eines Mietendeckels erwarten und deshalb nach wie vor freiwerdende Mietwohnungen verkauften oder selbst nutzten, so die Überlegung. Ein weiterer Grund für die stagnierenden Mietangebote könnte die gesunkene Umzugsbereitschaft sein. Mieter, die durch die vergleichsweise niedrigen Mieten infolge des Mietendeckels profitiert haben, dürften wenig Anreize für einen Umzug in eine teurere Wohnung haben.

    Mieten steigen wieder

    Die Mieten seien durch die Abschaffung des Deckels bei den davon betroffenen Wohnungen wieder deutlich angestiegen. Zuvor waren sie in der Hauptstadt durch den Deckel pro Quartal durchschnittlich um elf Prozentpunkte weniger gestiegen als in anderen deutschen Metropolen. Ein Nachholeffekt sei zwar zu beobachten. Die Rede ist von einem Plus von zwei Prozent seit dem Aus des Mietendeckels. Allerdings seien die Mietpreise noch nicht auf dem Niveau, auf dem sie wären, wenn es den Mietendeckel nicht gegeben hätte, sagte Ifo-Forscher Florian Neumeier.

    Zweiteilung des Wohnungsmarktes

    Die Einführung des Mietendeckels habe zu einer Zweiteilung des Wohnungsmarktes in Berlin geführt, führt das Institut weiter aus. Während die Mieten von regulierten Wohnungen gesunken sind, haben sich die Mieten von unregulierten Neubauten mit einem Baujahr ab 2014 verteuert.

    Durch das Aus des Mietendeckels nähern sich die Preise in Berlin allmählich wieder an. Im Gegensatz zu den regulierten Bestandswohnungen sind die Neubaumieten um 8 Prozent gesunken. Das höchste deutsche Gericht hatte den bundesweit einmaligen Mietendeckel im April 2021 für verfassungswidrig erklärt.

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