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Studie: Geringverdiener leiden mehr unter Coronakrise | BR24

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Die Hans-Böckler-Stiftung hat erneut die finanziellen Folgen der Coronakrise für Beschäftigte untersucht. Demnach trifft es besonders Geringverdiener. Die Gefahr: Die soziale Ungleichheit könnte sich noch weiter verschärfen.

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Studie: Geringverdiener leiden mehr unter Coronakrise

Die Hans-Böckler-Stiftung hat erneut die finanziellen Folgen der Coronakrise für Beschäftigte untersucht. Demnach trifft es besonders Geringverdiener. Die Gefahr: Die soziale Ungleichheit könnte sich noch weiter verschärfen.

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Von
  • Birgit Harprath

"Sag mir was du verdienst und ich sag dir, wie es dir in der Corona-Krise geht": So lässt sich die Auswertung der Böckler-Experten gut beschreiben. Denn Erwerbstätige mit ohnehin schon niedrigen Einkommen leiden demnach mehr unter den wirtschaftlichen Folgen als jene in höheren Gehaltsstufen.

Jeder Vierte sieht bei sich Einkommenseffekte durch Corona

Im Juni gab etwa jeder vierte Befragte an, dass sich die Krise beim Einkommen auswirkt. Im April war es nur jeder fünfte. Und: Von denen, die weniger als 1.500 Euro netto verdienen, wirkt sich die Rezession bei 40 Prozent im Geldbeutel aus. Bei Erwerbstätigen mit mehr als 3.200 Euro netto im Monat sind es nur 22 Prozent. Dementsprechend blickt diese Gruppe auch zuversichtlicher in die Zukunft.

Auf der anderen Seite sind es gerade die Geringverdiener, die sich im Juni weitaus weniger Sorgen um ihren Arbeitsplatz machten als noch im April. Das könnte laut den Forschern mit dem Ende des "Lockdowns" gerade in den Branchen zu tun haben, in denen nicht so viel verdient wird - wie beispielsweise dem Gastgewerbe.

Gefahr durch Corona-Verschwörungstheorien

Was den Autoren der Böckler-Studie Sorgen macht, ist die hohe Zahl derer, die durch die Pandemie mit einer wachsenden sozialen Ungleichheit in Deutschland rechnen. Immerhin 86 Prozent der Befragten gaben das an.

Zwar sind insgesamt zwei Drittel mit dem Krisenmanagement der Regierungen eher oder voll zufrieden. Aber 40 Prozent können sich durchaus vorstellen, dass das Virus benutzt wird, um die Interessen von Reichen und Mächtigen durchzusetzen. Hier sollte laut Böckler-Stiftung die Politik ansetzen und Verschwörungstheorien entkräften.

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