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Studie: Frauen verdienen im Leben nur halb so viel wie Männer | BR24

© BR/Julia Müller

Frauen verdienen aufs Leben gesehen halb so viel wie Männer.

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    Studie: Frauen verdienen im Leben nur halb so viel wie Männer

    Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen wird meist am Stundenlohn festgemacht. Aufs ganze Berufsleben gerechnet fällt der Unterschied noch drastischer aus, wie eine Studie zum heutigen "Equal Pay Day" zeigt.

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    In Westdeutschland verdienen Männer im Laufe ihres Berufslebens im Schnitt knapp 1,5 Millionen Euro - Frauen kommen auf rund 830.000 Euro. Im Osten ist das Verhältnis ähnlich: Männer erhalten durchschnittlich etwa 1,1 Millionen Euro, Frauen 660.000 Euro. Diese Zahlen gehen aus einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

    Sie zeigen die so genannte "Gender Lifetime Earnings Gap", die Lücke in den Lebenserwerbseinkommen im Vergleich zwischen Männern und Frauen. Im Westen liegt sie der Studie zufolge bei 45 Prozent, im Osten bei 40 Prozent. Bundesweit nähmen hochqualifizierte Frauen, die bis 1974 auf die Welt kamen, durchschnittlich so viel ein wie geringqualifizierter Mann. Jüngere Akademikerinnen könnten ein ähnliches Lebenserwerbseinkommen wie mittelqualifizierte Männer erwarten, so die Studie weiter.

    Vor allem Mütter sind betroffen

    Insbesondere Mütter hätten in Bezug auf Chance und Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt das Nachsehen, erklärte die Arbeitsmarktexpertin der Stiftung, Manuela Barisic. Kinder führen der Studie zufolge zu einer deutlichen Minderung der Lebenserwerbseinkommen von Müttern, während sie sich auf das Einkommen der Väter kaum auswirkten. Mütter, die heute Mitte 30 sind, können demnach mit einem Lebenserwerbseinkommen von durchschnittlich rund 580.000 Euro (Westdeutschland) beziehungsweise 570.000 Euro (Ostdeutschland) rechnen. Lediglich die Lebenserwerbseinkommen kinderloser Frauen näherten sich denen der Männer an.

    Vermehrte Teilzeitbeschäftigung von Frauen sowie längere Auszeiten machen der Studie zufolge rund die Hälfte der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern auf Lebenszeit aus. Kinderbetreuung und die Pflege Angehöriger spielten hier eine wesentliche Rolle, so die Studie weiter.

    "Gender Pay Gap" bei 20 Prozent

    Wenn es um Gehaltsunterschiede geht, wird meist der durchschnittliche Bruttostundenlohn von Männern und Frauen verglichen. Daraus ergibt sich die "Gender Pay Gap". Diese verschleiere allerdings, "wie groß die Kluft zwischen Männern und Frauen beim Einkommen tatsächlich ist", erklärte Barisic. Denn dabei würden nur diejenigen berücksichtigt, die zu dem Zeitpunkt aktiv im Arbeitsmarkt seien.

    Derzeit liegt die "Gender Pay Gap" nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bundesweit bei 20 Prozent. Sie sei damit um einen Prozentpunkt geschrumpft - und immer noch deutlich höher als in vielen anderen europäischen Ländern.

    Corona-Krise offenbart typische Muster

    Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verwies auf strukturelle Benachteiligungen. "Wir haben viel mehr Frauen, die in schlechter bezahlten Berufen sind, und viel mehr Frauen, die nur in Teilzeit arbeiten" - weil sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssten, sagte die SPD-Politikerin im Morgenmagazin. Zudem gebe es weniger Frauen in Führungspositionen. "Und das wirkt sich aus: über 20 Prozent Lohnlücke, über 50 Prozent Rentenlücke dann."

    Dass wegen der Schul- und Kitaschließungen im Zuge der Corona-Krise vor allem Mütter zu Hause blieben, zeige, "dass die Sorgearbeit nach wie vor zu einem sehr großen Teil durch Frauen wahrgenommen wird und die Partnerschaftlichkeit noch nicht überall Realität ist", so Giffey.

    Am heutigen 17. März ist in Deutschland der so genannte "Equal Pay Day". Der Termin gibt symbolisch an, bis zu welchem Tag im Jahr Frauen praktisch unbezahlt gearbeitet haben, obwohl sie die gleiche Arbeit wie Männer leisten, die bereits seit dem 1. Januar bezahlt werden. Unterschiede nach Qualifikation, Branchen oder Teilzeitquote werden hier nicht gemacht.

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