BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Studie der Uni Bamberg: Weniger Retouren bei Onlinehandel | BR24

© dpa-Bildfunk/Tom Weller

Ist während Corona gesunken: der Anteil an Retouren.

Per Mail sharen

    Studie der Uni Bamberg: Weniger Retouren bei Onlinehandel

    In Zeiten von Corona kommen Onlinehändler kaum noch mit den Bestellungen hinterher. Ein lukratives Geschäft – auch weil relativ gesehen weniger Pakete wieder zurückkommen, wie eine Studie der Uni Bamberg belegt.

    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Die meisten Läden sind in Zeiten von Corona geschlossen: Kleidung, Elektrogeräte und Einrichtung gibt es nur noch online zu kaufen. So schnellen die Bestellungen im Netz seit Beginn der Pandemie in die Höhe. Nach einer Umfrage der Universität Bamberg unter 103 Onlinehändlern in Deutschland wurden allein von März bis August vergangenen Jahres 17,4 Prozent mehr Sendungen als im Vorjahreszeitraum verschickt. Für das ganze Jahr rechnen die Forscher mit einem Zuwachs von mehr als 25 Prozent.

    Mehr Pakete wegen Corona – aber weniger Retouren

    "So bitter es ist, Corona war ein Glücksfall für mein Unternehmen", wird ein Händler in der Studie zitiert. Obwohl deutlich mehr Pakete versendet wurden, kamen verhältnismäßig wenig wieder zurück. Die Retourenquote bei den befragten Händlern reduzierte sich im selben Zeitraum von 17,8 auf 15,9 Prozent. Die Zahl der Paketretouren bleibt dennoch hoch und fiel angesichts des Corona-Paketbooms in absoluten Zahlen auch höher aus als im Vorjahr. 315 Millionen Pakete seien nach einer ersten Schätzung in Deutschland 2020 zurückgeschickt worden. Im Jahr 2019 waren es nach Angaben der Wissenschaftler 301 Millionen Pakete.

    Für bestimmte Geschäfte lohnt sich der Online-Versand kaum

    Kunden, die zum ersten Mal im Internet einkauften und weniger zurücksendeten, würden eher bei bekannten Großhändlern bestellen, so die Erklärung der Bamberger Forscher. Außerdem hätten kleinere Unternehmen vielleicht mehr Probleme mit Lieferungen. "Lange Lieferzeiten sorgen für höhere Retourenquoten, das ist ein recht gut belegter Effekt", sagt Asdecker.

    Auch viele geschlossene Modeläden hätten überlegt, ihre Ware in der Pandemie zu versenden, berichtet Axel Augustin vom Handelsverband Textil. "Aber so viel Ware lässt sich nicht online verkaufen. Die Logistik hat momentan gar keine Kapazitäten dafür." Bei wechselndem Sortiment und günstigen Artikeln lohne sich der Versand auch kaum.

    Produkte stapeln sich in Geschäften

    Deshalb stapelt sich die Winterware nun in Geschäften – und verliert mit jedem Schließtag an Wert. "Wenn alle Läden in unserer Branche dicht sind, bleiben zehn Millionen Teile täglich liegen", rechnet Augustin vor. Schon im Frühjahr seien bis zu 300 Millionen Artikel in den Modegeschäften geblieben. Bis Ende Januar werde sich wieder "eine riesige Lawine von einer halben Milliarde unverkaufter Modeartikel auftürmen", warnen die Handelsverbände Textil, Schuhe und Lederwaren.

    Uni Bamberg: Viele Kunden bleiben Onlinehändlern erhalten

    "Solange die Händler aber noch einen Euro dafür bekommen, werden sie die Ware nicht vernichten", betont Augustin. Stattdessen hoffen die Ladeninhaber, im Februar die Winterware mit Rabatt noch verkaufen oder für die nächste Saison lagern zu können. "Natürlich werden die Leute wieder in Läden einkaufen, sobald das möglich ist", sagt eine Sprecherin des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland. "Aber wir gehen davon aus, dass viele Menschen Waren des täglichen Bedarfs weiter online kaufen, bevor sie damit durch die ganze Stadt laufen müssen."

    Viele Kunden bleiben den Onlinehändlern erhalten, glauben auch die Bamberger Forscher. Wenn sie aber wieder weniger nach Bedarf und mehr nach Lust und Laune im Netz einkaufen, könnten auch die Retouren wieder zunehmen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!