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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Gareth Fuller

Laut neuen Studien suchen deutsche Urlauber nicht mehr nach dem billigsten, sondern nach dem vermeintlich sichersten und bequemsten Flug

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Studie: Billigfliegen ist out - Sicherheit geht für Reisende vor

Die Corona-Pandemie hat unser Reiseverhalten geändert: Laut einer neuen Studie suchen deutsche Urlauber nicht mehr nach dem billigsten, sondern nach dem vermeintlich sichersten und bequemsten Flug und nehmen dafür deutlich höhere Preise in Kauf.

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Von
  • Stephan Lina
  • Bettina Meier

Noch ist die Corona-Pandemie nicht überstanden. Das Rennen um die besten Urlaubsflüge im Sommer hat aber schon wieder begonnen. Dabei nehmen Kunden offenbar höhere Preise in Kauf, berichtet die Online-Plattform Skyscanner. Eine Datenauswertung der Urlaubssuchmaschine ergab, dass nun Themen wie Sicherheit und Bequemlichkeit im Vordergrund stehen. Dafür sei die Kundschaft bereit, mehr Geld auszugeben.

Kunden zahlen mehr für Sicherheit und Bequemlichkeit

So sei die Zahl der Internetsuchen nach Direktflügen sprunghaft angestiegen. Umgekehrt sei die Zahl der Kunden gesunken, die ein paar Euro beim Ticketpreis sparen wollen und dafür beispielsweise eine langwierige Anreise zu einem abgelegenen Flughafen in Kauf nehmen.

Auch das Sicherheits-Image einer Airline spielt laut der Erhebung von Skyscanner eine größere Rolle als in der Vergangenheit. Darauf setzt nicht zuletzt die Lufthansa. Sie will in diesem Sommer verstärkt in das Tourismusgeschäft einsteigen, weil die Geschäftskunden ausbleiben.

Reisen momentan noch günstig – aber Preise steigen schon wieder

Auch wenn es momentan noch so aussieht als wären die Preise vergleichsweise günstig - der Trend dürfte nicht lange anhalten. Für Reisen im Juni lägen die Ticketpreise zwar noch zwischen 17 und 25 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2019, berichtet das Portal "Skyscanner". "Die Fluggesellschaften scheinen die Preise niedrig zu halten und flexible Buchungsrichtlinien zu verfolgen, um Reisende wieder in die Lüfte zu locken", sagte Skyscanner-Expertin Friederike Burge.

Einzel-Flugtickets und Pauschalreisen werden teurer

Das scheint zu funktionieren: Die Nachfrage zieht an. Buchungsportale berichten von steigenden Preisen für Einzel-Flugtickets und Pauschalreisen. Innerhalb der vergangenen Woche seien die Flugpreise nach Mallorca im Schnitt um 20 Prozent und nach Griechenland um 40 Prozent teurer geworden, berichtet das Buchungsportal "Check24". "Noch sehr günstig ist die Türkei, sodass Mutige jetzt zuschlagen sollten", so Sebastian Sager, Check24-Flug-Geschäftsführer.

Airlines reaktivieren zurückgehaltene Flieger

Die steigende Nachfrage führt dazu, dass die Fluggesellschaften ihre eingemotteten Maschinen reaktivieren. Die Lufthansa-Tochter Eurowings will voraussichtlich Ende August oder Anfang September die geplanten 80 Flugzeuge in der Luft haben, sagte der Chef der Lufthansa-Tochter, Jens Bischof.

Allein Palma de Mallorca will Eurowings im Hochsommer 300 Mal in der Woche anfliegen, von 24 Flughäfen in ganz Europa. Zum Ende des Sommers rechnet Bischof mit einem fast schon wieder normalen Reisegeschäft. Entscheidend sei dabei neben den Impf-Fortschritten der Wegfall von zwingender Quarantäne.

Billigairlines wollen expandieren

Auch Europas größter Billigflieger Ryanair schmiedet trotz des Rekordverlusts von nahezu einer Milliarde Euro im Geschäftsjahr 2020/2021 neue Expansionspläne. Unternehmenschef Michael O'Leary verwies auf gestiegene Buchungszahlen, Lockerungen von Corona-bedingten Reiseverboten und die bevorstehende erste Lieferung des Boeing-Jets vom Typ 737 Max. Nahziel seien 200 Millionen Passagiere pro Jahr - ein Drittel mehr als der bisherige Rekord, so O’Leary. Easyjet-Chef Johan Lundgren versprach in London stabile Preise für Urlaubsreisen in die zugelassenen Länder.

Top-Ziele sind Spanien und Griechenland

Die Top-Ziele sind derzeit Spanien und Griechenland. Das zeigt auch die Zahl der Flugbewegungen am Münchner Flughafen. Die habe in den Pfingstferien zwar generell angezogen, blieb aber dennoch mit 280 Starts und Landungen am Tag deutlich hinter dem aus 2019 gewohnten Niveau zurück.

Buchungsalgorithmus – in Pandemiezeiten wird es schnell teurer

Grundsätzlich wollen die Airlines die Plätze eines Fluges vollständig zu einem möglichst hohen Ertrag absetzen. In normalen Zeiten berechnen die Buchungssysteme daher über Monate hinweg ständig neue Preise, die davon abhängen, wie viele Plätze bereits belegt sind.

Doch in Pandemiezeiten ist im Luftverkehr nichts normal. Sobald eine Destination "aufgeht", also Urlaubsreisen ohne Quarantäne möglich werden, schießen die Buchungen durch die Decke. "Innerhalb weniger Stunden füllen sich 150 Sitze auf einem Flug", erklärt Eurowings-Chef Bischof.

Entsprechend schnellen die Preise nach oben, wenngleich man am Preisrahmen nichts geändert habe, wie Bischof versichert.

Crews halten sich mit Simulationstraining bereit

Die Fluggesellschaften sind gefordert, bei entsprechender Nachfrage möglichst schnell zusätzliche Flüge in die Luft zu bringen. Aktuell waren in der vergangenen Woche laut Eurocontrol nur rund 37 Prozent des vor Corona üblichen Verkehrs unterwegs. Die Crews werden auch mit Simulator-Trainings einsatzbereit gehalten, während die Flugzeuge beispielsweise bei der Lufthansa in einem rollierenden System abwechselnd eingesetzt und so betriebsbereit gehalten werden.

Kurzstreckenflügen trotz Pandemie gefragt

Auch mit dem deutlichen Rückgang von Flugreisen in der Corona-Pandemie ist im vergangenen Jahr gut jeder zweite Passagierflug auf der Kurzstrecke unterwegs gewesen. Flüge mit einer Distanz bis 1.000 Kilometer hatten 2020 einen Anteil von 53 Prozent an allen Passagierflügen, die auf den deutschen Hauptverkehrsflughäfen starteten oder landeten, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Der Anteil war damit ähnlich hoch wie im Jahr vor der Pandemie.

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