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Studie: Bayern fehlen bis 2025 etwa 350.000 Fachkräfte | BR24

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Der Fachkräftemangel wird für Bayern immer mehr zum Problem: Bis 2025 fehlen im Freistaat rund 350.000 Arbeitskräfte, wie eine neue Studie zeigt. Doch in manchen Bereichen könnte es statt einem Mangel auch zu viel qualifiziertes Personal geben.

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Studie: Bayern fehlen bis 2025 etwa 350.000 Fachkräfte

Der Fachkräftemangel wird für Bayern immer mehr zum Problem: Bis 2025 fehlen im Freistaat rund 350.000 Arbeitskräfte, wie eine neue Studie zeigt. Doch in manchen Bereichen könnte es statt einem Mangel auch zu viel qualifiziertes Personal geben.

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Flexible Arbeitszeiten, Sportprogramme und Firmenevents - so umfangreich sieht das Angebot für die Mitarbeiter bei Aumüller Automatic aus. Das Unternehmen aus Thierhaupten im Landkreis Augsburg bietet unter anderem elektronische Fensterantriebe und Steuerungstechniken an - und das in der ganzen Welt mit Niederlassungen in England, Russland und China.

Trotzdem gelingt es auch Aumüller Automatic nicht, alle Stellen mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Eine Ausschreibung für einen Entwicklungsingenieur zum Beispiel ist bereits seit zwei Jahren offen.

"Viele Produkte und Produktideen, die wir hätten, können wir deshalb nicht umsetzen." Ramona Meinzer, Geschäftsführerin Aumüller Automatic.
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In den nächsten Jahren fehlen alleine in Bayern einige hunderttausend spezialisierte Leute - aus allen Arbeitsbereichen. Deswegen wollen Wirtschaft und Politik jetzt nochmal ein Maßnahmen-Paket nachlegen.

Studie "Arbeitslandschaft 2025" bezifftert Fachkräftemangel

Mit dem Problem ist die Unternehmerin nicht allein. Das zeigt die aktuelle Studie "Arbeitslandschaft 2025", die das Basler Prognos-Institut für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) erstellt hat. Demnach werden in Bayern 2025 rund 350.000 Fachkräfte fehlen - in Deutschland insgesamt sogar 2,9 Millionen.

"Das geht quer durch alle Branchen vom Handwerk bis zur Industrie - das lässt sich auf keinen Sektor mehr beschränken". Bertram Brossardt, vbw-Hauptgeschäftsführer.

Einzelne Bereiche ohne Fachkräftemangel - sondern mit Überschuss

Die Studie zeigt aber nicht nur den drohenden Fachkräftemangel der kommenden Jahre und Jahrzehnte. Denn entgegen dem Trend steuern einzelne Fachrichtungen laut der Untersuchung nicht auf einen Mangel an Arbeitskräften zu, sondern auf ein Überangebot. Konkret betreffe dies die akademischen Fachrichtungen Rechts-, Wirtschaftswissenschaften und Kunst. "Grund für diese Entwicklung ist, dass sich weiterhin immer mehr junge Menschen für ein Studium entscheiden", schreiben die Autoren.

2045 könnte es sogar bei den Erziehungswissenschaften und beim Lehramt einen Überschuss an Fachkräften geben. "In früheren Studien waren Angebotsüberschüsse in Fachrichtungen mit Hochschulabschluss hingegen noch nicht sichtbar", heißt es in der Studie.

Neue Initiative soll Fachkräfte sichern

Weil diese Entwicklung aber die Ausnahme bleibt, will die Bayerische Staatsregierung vor allem beim Fachkräftemangel gegensteuern. Sie hat dafür zusammen mit der vbw im vergangenen Herbst die Initiative "Fachkräftesicherung+" ins Leben gerufen.

In den kommenden vier Jahren sollen auf diesem Weg bis zu 250.000 zusätzliche Arbeitskräfte für die Wirtschaft im Freistaat gewonnen werden. Vor allem Müttern, älteren Arbeitnehmern oder Jugendlichen ohne Berufsausbildung soll so der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Wirtschaftsminister Aiwanger will Handwerksberufe attraktiver machen

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger geht zudem davon aus, dass Handwerksberufe durch Investitionen in Berufsschulen und Exzellenzzentren für berufliche Bildung künftig immer attraktiver werden.

Das Handwerk müsse sich zu einer High-Tech-Branche entwickeln, damit es bei Jugendlichen wieder "in" sei, einen Handwerksberuf zu erlernen, so Aiwanger. Ein Handwerksmeister, ein praktisch arbeitender Mensch muss wieder mehr in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung kommen“, sagt der Wirtschaftsminister.

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Der Fachkräftemangel könnte auch eine Chance für Menschen mit Handicap sein, wie ein Beispiel aus Leutershausen bei Ansbach zeigt.

Sendung

B5 Wirtschaft und Börse

Autoren
  • Tobias Brunner
  • Tamara Link
  • Walter Kittel
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