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Der Arbeitskampf im Handel geht weiter: Die Gewerkschaft Verdi lehnt das Angebot der bayerischen Arbeitgeber ab.

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    Gewerkschaft fordert Tarifbindung - Handelsverband lehnt das ab

    Die Gewerkschaft ver.di hat nach eigenen Berechnungen in der aktuellen Tarifrunde im bayerischen Handel schon mehr als hundert Betriebe bestreikt. Heute gingen die Verhandlungen für den Einzelhandel in die zweite Runde, morgen folgt der Großhandel.

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    Von
    • Birgit Harprath
    • Peter Althammer

    Was die Gewerkschaft fordert, haben die Arbeitgeber schwarz auf weiß übermittelt bekommen - unter anderem 4,5 Prozent und 45 Euro mehr im Monat für Verkäuferinnen, Lageristen und Auszubildende.

    Darauf antworteten die Arbeitgeber mit einem komplizierten Angebot, das über eine Laufzeit von 36 Monaten insgesamt rund fünf Prozent Lohnzuwachs bringt. Für "Unternehmen, die von Pandemieauswirkungen betroffen sind" liegt das Gesamtangebot deutlich darunter.

    ver.di: Krisengewinner verstecken sich hinter Krisenbetrieben

    Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft ver.di, Hubert Thiermeyer, bezeichnet das als "dreist". Die Gewerkschaft sagt, Wertschätzung gehe anders und lehnt das Angebot, das für 2021 eine Lohnerhöhung von 1,0 Prozent vorsieht, ab.

    "Nicht schon genug, dass dieses Angebot für die Beschäftigten Reallohnverlust bedeutet, wollen sie diesen im nächsten Jahr mit einer Erhöhung von 1,4 Prozent festschreiben und die Gefahr der Altersarmut dramatisch erhöhen." Hubert Thiermeyer, ver.di

    Forderung: Tarifverträge wieder allgemein verbindlich

    Fraglich ist auch, wie viele der mehr als 600.000 Beschäftigten im bayerischen Handel überhaupt das ausgehandelte Plus auf das Gehaltskonto am Ende überwiesen bekommen. Etwas mehr als ein Drittel von ihnen arbeitet in Betrieben, die an den Flächentarif gebunden sind. Die anderen profitieren von der Einkommensrunde nur, wenn ihr Arbeitgeber freiwillig den Abschluss übernimmt, und zwar komplett.

    Das aber ist laut Verdi selten nur der Fall. Die Gewerkschaft fordert darum die Regelung zurück, die es vor Jahren gab: Den gemeinsamen Antrag beim Arbeitsministerium, den Tarifvertrag für allgemeinverbindlich zu erklären. Dann müssen sich alle daran halten. Der Handelsverband Bayern lehnt das ab. Ob Tariflohn gezahlt wird oder nicht, müsse jeder Arbeitgeber selbst entscheiden mit Blick auf seine Lage.

    Verdi bestreikt Marktkauf-Filiale in Nürnberg

    Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sind die Beschäftigten einer Nürnberger Marktkauf-Filiale am Dienstagmorgen in einen zweitägigen Warnstreik getreten. Auch in der vergangenen Woche war es zu Warnstreiks gekommen, Hauptziel sei Edeka als größter Konzern im Einzel- und Großhandel, hieß es von der Gewerkschaft.

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