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Streit um Insolvenzversicherung von Thomas Cook | BR24

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Wer einen Urlaub bei Thomas Cook gebucht hatte, wird nach der Insolvenz von seinen bereits getätigten Zahlungen kaum mehr etwas sehen. Das ist bekannt. Doch nun gibt es Streit, welche Summe der Insolvenzversicherer wirklich erstatten muss.

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Streit um Insolvenzversicherung von Thomas Cook

Wer einen Urlaub bei Thomas Cook gebucht hatte, wird nach der Insolvenz von seinen bereits getätigten Zahlungen kaum mehr etwas sehen. Das ist bekannt. Doch nun gibt es Streit, welche Summe der Insolvenzversicherer wirklich erstatten muss.

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110 Millionen Euro ist die Höchstsumme, für die ein Versicherer beim Zahlungsausfall eines Pauschalreise-Anbieters haftet. So viel war bislang scheinbar klar. Doch jetzt ist das Justizministerium auf den Plan getreten und sagt: Diese Summe gelte nur für die Erstattung von Kundengeldern. Die Versicherung dürfe da die Kosten für die Rückholung der gestrandeten Thomas-Cook-Kunden aus den Urlaubsorten Ende September nicht mit einrechnen.

"Absurde Interpretation des Gesetzes"

Die Zurich-Versicherung sieht darin "eine absurde Interpretation des Gesetzes". Für Julia Zeller von der Verbraucherzentrale Bayern ist die Situation damit unklar. "Letztendlich muss wahrscheinlich ein Gericht klären, wie es ablaufen wird", sagt sie. "Es wäre sehr positiv, wenn es zwei Töpfe wären. Dann wäre einfach mehr Geld für die Leute da, die schon den Reisepreis bezahlt haben."

Rückholung von Urlaubern kostete 80 Millionen Euro

Allein die Rückholung von gestrandeten Urlaubern hat nach Angaben der Regierung 80 Millionen Euro gekostet. Sollte diese Summe zu der Gesamthaftung zählen, würden die Thomas-Cook-Kunden von ihren Zahlungen voraussichtlich nicht mal 10 Prozent wiedersehen. Andernfalls wären es wenigstens mehr als 25 Prozent.

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Nach der Thomas-Cook-Pleite sind alle Touren bis Ende 2019 abgesagt. Nun ist klar, dass der Sicherungsschein wenig wert war: Die versicherte Höchstsumme von 110 Millionen Euro werde nicht ausreichen. Die Betroffenen können wenig tun.