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Streit um Gewächshäuser im Knoblauchsland | BR24

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Im fränkischen Knoblauchsland verschwindet immer mehr Fläche unter Glas.

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Streit um Gewächshäuser im Knoblauchsland

Regionales Gemüse im Winter stammt aus dem Gewächshaus. Weil die Nachfrage steigt, gibt es immer mehr Gewächshäuser. Im fränkischen Knoblauchsland knallen dabei unterschiedliche Interessen aufeinander. Von Ulrich Detsch

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Die Stadt Nürnberg hat alle Gärtnerbetriebe befragt und rechnet damit, dass in den nächsten fünf Jahren mindestens weitere 200.000 Quadratmeter unter Glas verschwinden. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Bauland. Das Bedürfnis der Bevölkerung nach Freiland kennt auch Daniel Ulrich, der Baureferent der Stadt Nürnberg. Die Stadt müsse die Entwicklung deshalb lenken:

"Der normale Mensch will ja keine Gewächshäuser sehen, sondern Kohlköpfe quasi auf dem Acker, und das ist ja auch sehr schön anzusehen. Drum sind wir gerade dabei mit der Landwirtschaft gemeinsam ein Konzept zu entwickeln, das den Schwerpunkt der Gewächshäuser im Süden sieht, also in dem Bereich wo sie schon sind. Und im Norden dann ein Bereich, wo wir glauben, dass mehr Freiland stattfinden soll."

Wolfgang Dötsch, Geschäftsführer des Bund Naturschutz in Nürnberg, beobachtet in dieser intensiv genutzten Agrarlandschaft erstaunlich viele Feldhasen, Rebhühner und sogar die vom Aussterben bedrohten Kiebitze:

"Wir haben ja hier die einmalige Situation gehabt, dass sich intensivste Landwirtschaft und Naturschutz, Artenschutz, ergänzen. Wir haben hier hervorragende Brutgebiete für Kiebitz und Rebhuhn, bayernweit nahezu einmalig. Und diese Tiere sind aber auf die Ackernutzung angewiesen. Haben wir überall Treibhäuser, werden sie verschwinden, das ist ganz klar."

Kritik ernten die Gewächshaus-Gärtner wegen ihres Energieverbrauchs: Etwa 30 Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter und Jahr.

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Im fränkischen Knoblauchsland verschwindet immer mehr Fläche unter Glas.