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Stimmung im bayerischen Handwerk so schlecht wie noch nie | BR24

© BR/Johanna Schlüter

Handwerker beim Säubern einer Schweißnaht mit der Drahtbürste.

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    Stimmung im bayerischen Handwerk so schlecht wie noch nie

    Das Handwerk in Bayern leidet massiv unter den Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen. Die Stimmung ist deshalb so steil in die Tiefe gerauscht wie noch nie. Lediglich im Baugewerbe läuft es offenbar noch vergleichsweise gut.

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    Von
    • Walter Kittel

    Viele bayerische Handwerksbetriebe leiden unter der Corona-Krise: fast 40 Prozent der Unternehmen rechnen mit negativen Auswirkungen auf ihr Geschäft. Das hat eine aktuelle Umfrage des Bayerischen Handwerkstages ergeben, der seine Konjunkturprognose vorlegte. Es handelt sich um den größten Stimmungseinbruch, der vom Bayerischen Handwerkstag jemals gemessen wurde.

    Starke Umsatzrückgänge in fast allen Handwerksbereichen

    Betriebe, die in den vergangenen Wochen schließen mussten, wie Friseure oder Goldschmiede, sind besonders stark betroffen. Auch Bäcker, Metzger und Konditoren machen zum Teil deutlich schlechtere Geschäfte als vor Beginn der Krise, obwohl ihre Geschäfte in den vergangenen Wochen für Laufkundschaft geöffnet waren. Doch auch hier machen sich die Schließungen von Gastronomie und Hotels bemerkbar. Viele liefern hier zu und haben deshalb zum Teil erhebliche Einbußen.

    Bauhandwerk nach wie vor gut im Geschäft

    Vergleichsweise gut läuft es dagegen nach wie vor im Bauhandwerk. Die Betriebe mussten nicht schließen und haben in der Regel nach wie vor viel zu tun. Vereinzelt wird hier jedoch von Materialengpässen berichtet, zum Beispiel Lieferungen von Fliesen aus Italien, die auf den Baustellen fehlen. Zum Teil kommt es auch zu Personalengpässen.

    "Gerade bei größeren Betrieben gibt es Probleme mit dem Personal. Wenn Mitarbeiter aus Osteuropa nicht kommen können oder entsprechende Subunternehmer-Kolonnen nicht kommen können, wegen der Einreisebeschränkungen." Franz-Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages.

    Prognose für 2020: Umsatzrückgang von fünf Prozent

    Der Bayerische Handwerkstag rechnet 2020 mit einem Umsatzrückgang von fünf Prozent. Allerdings nur, wenn die umsatzstarke Bautätigkeit in gewohntem Umfang weiterlaufen kann. Die Zahl der Beschäftigten werde voraussichtlich um ein halbes Prozent schrumpfen.

    Soforthilfen von Bund und Land würden derzeit einen wichtigen Beitrag leisten, um die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Handwerk niedrig zu halten. Allerdings dauerten die Auszahlungen zum Teil noch zu lange. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks forderte gerade erst auch einen "Corona-Bonus".

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