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Kurzarbeitergeld und Steuern | BR24

© BR / Sylvia Bentele

Unter Umständen muss das Kurzarbeitergeld nachträglich versteuert werden

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    Kurzarbeitergeld und Steuern

    Kurzarbeit sichert erst einmal Beschäftigung – auch wenn sie in der Regel für Betroffene weniger Einkommen bedeutet. Das Kurzarbeitergeld ist steuerfrei. Aber unter Umständen werden Beschäftigte am Ende des Jahres doch vom Staat zur Kasse gebeten…

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    Der Arbeitgeber überweist zwar das Kurzarbeitergeld auf das Konto seines Mitarbeiters. Er holt sich den Betrag aber von der Bundesagentur für Arbeit zurück – wenn die den Antrag auf kürzere Arbeitszeit bewilligt hat. Das überwiesene Geld wird dadurch zur Lohnersatzleistung und die ist steuerfrei – zunächst einmal.

    Am Jahresende rechnet das Finanzamt ab

    Am Ende des Jahres aber rechnen die Finanzämter ab. In der Einkommenssteuererklärung taucht das Kurzarbeitergeld nämlich wieder auf. Und dann kann es passieren, dass die Arbeitnehmer nachzahlen müssen – trotz eigentlicher Steuerfreiheit. Denn die Finanzbeamten ermitteln den persönlichen Steuersatz jedes Einzelnen. Das Kurzarbeitergeld wird dabei fiktiv dem zu versteuernden Einkommen dazugerechnet und dann der Satz ermittelt. Der ein oder andere wird dann Opfer der sogenannten Progression.

    Höhere Steuerklasse möglich

    Er kann durch die Lohnersatzleistung in eine höhere Steuerklasse rutschen. Es muss nachgezahlt werden. Das Bundesverfassungsgericht hat diesem Verfahren in einem Grundsatzurteil sein Plazet gegeben mit Verweis auf das Leistungsvermögen der Steuerpflichtigen. Gleiches gilt auch für Beschäftigte, die die Gesundheitsämter im Corona-Fall in Quarantäne schicken. Laut Infektionsschutzgesetz übernimmt der Staat für das ausgefallene Einkommen eine Entschädigung. Auch hier muss unter Umständen nachgezahlt werden. Stockt der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld dagegen auf, muss dieser Betrag gleich versteuert werden.