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Steuertipps im Corona-Jahr

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Steuererklärung im Corona-Jahr: Das sollten Sie wissen

Für alle, die ihre Steuererklärung selbst erledigen, wurde die Abgabefrist in diesem Jahr auf Ende Oktober verschoben - nicht die einzige Besonderheit für die Steuererklärung für das Corona-Jahr 2020.

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Von
  • Anja Keber

2020 – das war in der Tat ein besonderes Jahr. Viele Arbeitnehmer wurde nachhause geschickt, bauten Laptop und Co. zwischen Legosteinen und Yuccapalme auf und quetschten sich in Küche oder Schlafzimmer. Sie können im Corona-Jahr von der sogenannten Homeoffice-Pauschale profitieren.

Das ist aber nicht die einzige Besonderheit bei der Steuererklärung für 2020. So wurde auch die Frist für die Abgabe von Juli auf Oktober verlängert. Wer einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein in Anspruch nimmt, für den gilt als neue Abgabefrist sogar Ende Mai 2022.

Alles weitere zu den durch Corona bedingten Besonderheiten bei der Steuererklärung für 2020.

Wer bekommt die "Homeoffice-Pauschale"?

Die Homeoffice-Pauschale beträgt fünf Euro pro Arbeitstag zuhause. Das muss kein Arbeitszimmer sein, das kann auch ein Küchentisch sein oder eine Arbeitsecke. Steuerpflichtige können fünf Euro pauschal in Anspruch nehmen – maximal 600 Euro im Jahr.

Allerdings: dieser Betrag läuft in den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro mit rein. Das heißt: Die Homeoffice-Pauschale wirkt sich erst aus, wenn alle Werbungskosten inklusive der Pauschale über den 1.000 Euro liegen.

Was gilt bei "geschlossenem Arbeitszimmer"?

Ein "geschlossenes Arbeitszimmer" kann unter bestimmten Voraussetzungen voll abgesetzt werden. Das muss ein eigenständiger Raum sein, der auch wie ein Büro ausgestattet ist, also vereinfacht ausgedrückt: Schreibtisch, Stuhl, Aktenschrank. Und: dieses Arbeitszimmer muss der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit sein.

Voller Abzug bedeutet, dass die Kosten für das Arbeitszimmer in unbegrenzter Höhe abgesetzt werden können. Dazu zählen beispielsweise eine Renovierung des Raums, einen neuen Boden verlegen und die Ausstattung mit Sichtschutzvorhängen.

Alle Kosten, die nur anteilig entstanden sind, müssen natürlich aufgeteilt werden. Das sind zum Beispiel die Mietzahlungen, die Schuldzinsen für das Eigenheim und dessen Abschreibung sowie die Verbrauchskosten wie Heizung, Strom und Wasser.

Was gilt für Gelegenheits-Heimarbeiter?

Auch die Steuerzahler, die regelmäßig mehrere Tage die Woche im Büro gearbeitet haben, und nur wenige Tage im Homeoffice, können etwas geltend machen. Steht – und das kann auch nur vorübergehend sein - kein Arbeitsplatz in der Firma zur Verfügung, so lassen sich immerhin bis zu 1.250 Euro als Werbungskosten absetzen. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn der Arbeitgeber die Mitarbeiter während des Lockdowns angewiesen hat, von zu Hause aus zu arbeiten. Hier wird jedoch ebenfalls ein eigener Raum als Arbeitszimmer vorausgesetzt.

Wichtig: Ausgaben für die Büroeinrichtung, also Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Lampe und Regal zählen übrigens zu den Arbeitsmitteln und werden nicht in die 1.250-Euro-Grenze oder in die Homeoffice-Pauschale eingerechnet.

Was ist mit Ausgaben für Schutzmasken?

Bleiben noch die Masken, die am Arbeitsplatz in der Regel vom Arbeitgeber bezahlt werden. Menschen mit Vorerkrankungen können unter Umständen auch die Masken für den Arbeitsweg oder für die Freizeit geltend machen – aber nur dann, wenn die Krankenkasse nicht ohnehin die Kosten übernimmt.

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