1. November: Die Steuererklärung nicht vergessen!

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Steuererklärung: Abgabefrist verpasst - Strafzahlung droht

Steuererklärung: Abgabefrist verpasst - Strafzahlung droht

Die Frist ist abgelaufen: Wer seine Steuererklärung selbst macht, hätte diese bis Anfang November bereits dem Finanzamt schicken müssen. Was aber, wenn Sie diese Frist verpasst haben? Es droht eine Strafzahlung von im Extremfall bis zu 25.000 Euro.

Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2020 ist eigentlich vorbei. Je nachdem, ob Allerheiligen als Feiertag gilt oder nicht, endete die Abgabefrist am 1. oder 2. November 2021 in allen Bundesländern. In Bayern also am 2. November. Das war aber sowieso schon später als sonst: Aufgrund der Corona-Pandemie war das Abgabedatum nach hinten verschoben worden.

Abgabe der Steuererklärung: Fristverlängerung ist schwierig

Eine Fristverlängerung zu bekommen, wird in diesem Jahr nur schwer möglich sein sagt Tobias Gerauer, Leiter der Rechtsabteilung bei der Lohnsteuerhilfe Bayern. "Das mit der Fristverlängerung ist gar nicht so leicht. Ich empfehle da auf jeden Fall, dass, wenn man es nicht geschafft hat bis zum 2.11., dass man sich mit dem Finanzamt in Verbindung setzt und erklärt, warum man es nicht geschafft hat." Wenn man einen Grund habe, wie zum Beispiel eine akute Erkrankung, oder wenn man von einer Naturkatastrophe betroffen war, dann gebe es vielleicht noch ein paar Wochen obendrauf. Das müsse man aber individuell mit seinem Finanzamt besprechen.

Insbesondere "Wiederholungstäter" müssen mit Verspätungszuschlag rechnen

Grundsätzlich gilt: Wer zu spät abgibt, muss mit einem Verspätungszuschlag rechnen. Dieser kann laut dem Bayerischen Landesamt für Steuern festgesetzt werden, wenn eine Steuererklärung nicht oder nicht fristgemäß abgegeben wird. Von der Festsetzung eines Zuschlags könne das Finanzamt allerdings absehen, wenn die Bürgerin oder der Bürger glaubhaft macht, dass die Verspätung entschuldbar ist. Insbesondere bei einer erstmaligen Verspätung bestehe ein gewisser Ermessensspielraum. Wer wiederholt die Steuererklärung zu spät abgibt, muss aber mit einem Verspätungszuschlag rechnen.

Verspätungszuschlag: kein Pardon bei Abgabe nach Mai 2022

Weiter heißt es vom Landesamt: Im Falle der verspäteten Abgabe der Steuererklärung 2020 muss das Finanzamt jedoch grundsätzlich einen Verspätungszuschlag erheben, wenn diese erst nach dem 31.05.2022 beim Finanzamt eingeht und im Steuerbescheid eine Nachzahlung festgesetzt wird. In diesem Fall ist der Verspätungszuschlag gesetzlich vorgeschrieben und dem Finanzamt verbleibt kein Ermessensspielraum.

Verspätungszuschlag im Extremfall bis zu 25.000 Euro

Die Höhe des Verspätungszuschlags ist übrigens gesetzlich festgeschrieben und beträgt für jeden angefangenen Monat der eingetretenen Verspätung 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer abzüglich festgesetzter Vorauszahlungen und Steuerabzugsbeträge. Der Verspätungszuschlag beträgt dann mindestens 25 Euro für jeden angefangenen verspäteten Monat, jedoch maximal 25.000 Euro.

Steuerberater haben mehr Zeit

Übrigens: Wer seine Steuererklärung dem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein überlässt, für den gilt die gesetzliche Abgabefrist 31. Mai 2022.

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