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Auch auf die Steuererklärung 2020 wird die Corona-Pandemie einen großen Einfluss haben.

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    Steuererklärung 2020: Worauf Arbeitnehmer achten sollten

    Bei der Steuererklärung ist für das Jahr 2020 wegen Corona manches anders. Wir sagen Ihnen, was zu beachten ist, wenn Sie als Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten oder in Kurzarbeit sind oder waren.

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    Von
    • Tom Fleckenstein
    • BR24 Redaktion

    Corona hatte den Alltag im Jahr 2020 fest im Griff. Das hat auch Auswirkungen auf das Arbeitsleben und damit zugleich auf die Steuererklärung - beispielsweise, wenn Arbeitnehmer im Homeoffice gearbeitet haben oder in Kurzarbeit waren. Auch hat sich für 2021 die Abschreibungsregeln für IT-Hardware und Software verändert.

    Homeoffice absetzen - wie geht das?

    Die steuerliche Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers ist kompliziert. Dieses muss beispielsweise eigens fürs Arbeiten vorgesehen sein und auch entsprechend genutzt werden. Arbeiten nun Beschäftigte - beispielsweise wegen Corona - zeitweilig zu Hause, das aber weniger als die Hälfte des Jahres, können sie bis zu 1.250 Euro im Kalenderjahr als Werbungskosten geltend machen.

    Wird das Arbeitszimmer mehr als die Hälfte des Jahres genutzt, kann es komplett von der Steuer abgesetzt werden. Anteilig je nach Quadratmeter können für diesen Raum die Kosten geltend gemacht werden: Zum Beispiel Miete, Strom und Wasser. Außerdem die Heizung und sonstige Nebenkosten.

    Auch Arbeit im Wohnzimmer steuerlich absetzbar

    Neu ist die Homeoffice-Pauschale. Sie ist auch absetzbar, wenn man beispielsweise im Wohnzimmer oder am Küchentisch arbeitet. "Auch wenn man kein abgeschlossenes Arbeitszimmer hat, kann man pro Homeoffice-Tag für die Jahre 2020/21 fünf Euro geltend machen. Das heißt, der Betrag ist auf 600 Euro gedeckelt", erklärt Ulrich Daumoser von der Lohnsteuerhilfe Bayern.

    Der Experte gibt aber zu bedenken: "Es wirkt sich auch nur bei denjenigen Arbeitnehmern aus, die über die 1.000 Euro bei ihren gesamten Werbungskosten kommen." Das lohnt sich also nur, wenn man die Werbungskosten-Pauschale von 1.000 Euro überschreitet, die man ohnehin absetzen kann.

    Weitere Ausstattung für das Homeoffice abrechnen

    Absetzbar ist auch der Computer, wenn er nicht von der Firma gestellt wird. Wegen der reduzierten Mehrwertsteuer gibt es dieses Jahr neue Obergrenzen. Bis 1. Juli sind es 952, danach 928 Euro brutto. Ist das Gerät teurer, muss man die Kosten auf mehrere Betriebsjahre verteilen.

    Für 2021 haben sich die Abschreibungsregeln für IT-Hardware und Software verändert. Auch wenn die Anschaffung teurer als 952 Euro war, kann sie jetzt innerhalb eines Jahres abgeschrieben werden. Das bedeutet für Geräte und Software die 2020 angeschafft wurden, dass sie zwar in der Steuererklärung 2020 nach den alten Regeln steuerlich angesetzt werden müssen, der Restwert dann aber vollständig ins Jahr 2021 genommen werden kann. Also nicht über weitere Jahre abgeschrieben werden muss.

    Für Telefon und Internetkosten können Arbeitnehmer zudem pauschal 20 Prozent, maximal 20 Euro pro Monat berechnen, wenn es beruflich begründet ist. Auch den neuen Bürostuhl, den Tisch, andere technische Geräte oder Büromaterial wie die Druckerpatrone kann man absetzen, wenn man sie selbst zahlt, die Anschaffung aber beruflich bedingt ist.

    Kurzarbeit könnte für eine Steuernachzahlung sorgen

    Viele Menschen mussten dieses Jahr in Kurzarbeit wechseln. Zunächst sind diese staatlichen Leistungen steuerfrei. "Das Kurzarbeitergeld ist eine steuerfreie Leistung, die jedoch als zusätzliche Einnahme betrachtet wird", so Daumoser. "Es erhöht damit in der Steuererklärung den durchschnittlichen Steuersatz."

    Das heißt: Es kommt 2021 eventuell zu einer Steuernachzahlung. Denn Lohnersatzleistungen unterliegen dem sogenannten "Progressionsvorbehalt". Das bedeutet, dass das Kurzarbeitergeld im Rahmen der Steuererklärung im Nachhinein zum regulären Arbeitslohn hinzugerechnet wird. Es erhöht somit die Bemessungsgrundlage und den Steuersatz für das regulär ausbezahlte Gehalt. Das erfährt man aus dem Steuerbescheid.

    Steuererklärung ab 410 Euro Lohnersatz pro Jahr

    Ob tatsächlich eine Nachzahlung an das Finanzamt notwendig wird, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen die Dauer und der Anteil der Kurzarbeit. Eine entscheidende Rolle spielen auch der individuelle Grenzsteuersatz und die Steuerklassenverteilung bei Ehepaaren.

    Wichtig ist: Die Einkommenssteuererklärung muss ab 2021 jeder abgeben, der wegen Kurzarbeit einen Lohnersatz in Höhe von mindestens 410 Euro pro Jahr bezieht.

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