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Corona-Crash der Wirtschaft steiler als der Finanzkrisen-Absturz | BR24

© BR/Birgit Harprath

Das Statistische Bundesamt hat die Folgen für den Arbeitsmarkt in Folge der Corona-Pandemie mit denen aus der Finanzkrise verglichen. Während es bei Corona steil bergab ging, waren die Auswirkungen der Finanzkrise eher zeitverzögert zu spüren.

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Corona-Crash der Wirtschaft steiler als der Finanzkrisen-Absturz

Das Statistische Bundesamt hat die Folgen für den Arbeitsmarkt in Folge der Corona-Pandemie mit denen aus der Finanzkrise verglichen. Während es bei Corona steil bergab ging, waren die Auswirkungen der Finanzkrise eher zeitverzögert zu spüren.

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Um die Corona-Krise einordnen zu können, wird als Vergleich oft die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/2009 herangezogen. Auch das Statistische Bundesamt hat das jetzt getan. In seinem heute vorgelegten Krisenmonitor hat die Behörde die jeweiligen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt verglichen – und dabei erhebliche Unterschiede festgestellt.

Abrupter und steiler Absturz nach Corona-Lockdown

Die deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr nach dem Shutdown und dem Lockdown in Folge der Corona-Pandemie einen steilen und abrupten Absturz erlebt. Im zweiten Quartal fiel das Bruttoinlandsprodukt mit gut zehn Prozent zweistellig. Und auch die Zahl der Erwerbstätigen sank mit 1,4 Prozent ungewöhnlich stark. Nur die Sonderregeln bei der Kurzarbeit konnten einen noch höheren Rückgang verhindern.

Folgen der Finanzkrise kamen zeitverzögert

Die obersten Statistiker in Wiesbaden haben das verglichen mit dem Datenmaterial aus der Finanz- und Wirtschaftskrise. Das Ergebnis: 2008/2009 zeigten sich die Folgen eher später – sowohl in puncto Inlandsprodukt, als auch auf dem Arbeitsmarkt. Der Tiefpunkt war laut Krisenmonitor erst ein Jahr später erreicht.

Durchstarten nach der Vollbremsung?

Zurzeit deutet dagegen vieles darauf hin, dass der Vollbremsung im Herbst schon ein Durchstarten folgen könnte. Immer vorausgesetzt, dass es keine starke zweite Welle bei den Infektionen gibt. Laut jetzigen Prognosen der Bundesagentur für Arbeit werden im günstigsten Fall die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr nicht über drei Millionen klettern.

Was diesmal auch anders als in der Finanzkrise ist, das sind die betroffenen Branchen: damals vor allem das Finanzwesen und die Industrie, so Enzo Weber vom IAB, dem Forschungsinstitut der Bundesagentur. Diesmal seien auch andere Bereiche massiv betroffen, wie das Gastgewerbe, der Einzelhandel und andere Dienstleistungsbereiche. "Und deswegen geht es auch um andere Jobs. Häufig um niedrig bezahlte Jobs, um Minijobs oder auch Selbstständige."

Dementsprechend anders als 2008/2009 muss die Regierung auch ihre Hilfspakete packen.

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