Ein Mehrfamilienhaus in Neu-Ulm.
Bildrechte: picture alliance / Westend61 | Werner Dieterich

Trendwende am Immobilienmarkt: Mietwohnungen gefragt

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Trendwende am Immobilienmarkt: Mieten statt kaufen

Wohnungen in Bayerns Städten werden nach Einschätzung des Immobilienverbands IVD Süd sowohl knapper als auch teurer. Eine Entspannung auf dem seit Jahren angespannten Wohnungsmarkt sei derzeit nicht in Sicht, heißt es. Im Gegenteil.

Über dieses Thema berichtet: Wirtschaft und Börse am .

Immer weniger Mensch können sich aufgrund der steigenden Finanzierungskosten eine Immobilie leisten. Viele weichen deshalb nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts IVD-Süd auf ein Objekt zur Miete aus und verstärken damit die ohnehin hohe Nachfrage auf dem Mietmarkt zusätzlich.

Mieten steigen weniger stark als Inflation

Egal ob das Häuschen am Rande der Stadt oder das Apartment mittendrin - die Mieten im Freistaat stiegen im letzten Halbjahr in den meisten Groß- und Mittelstädten weiter an. In Aschaffenburg etwa erhöhte sich die Miete für eine gut erhaltene Bestandswohnung von 11,20 Euro auf 11,70 Euro pro Quadratmeter – ein Anstieg von 4,5 Prozent. Beim gleichen Objekttyp in Nürnberg: Von elf Euro auf 11,30 Euro. Allerdings: Im Verhältnis zur Inflation habe man real sogar einen Rückgang. Doch das betreffe die erste Miete. Bei der zweite Miete, den Wohnungsnebenkosten, habe man nicht nur aufgrund der hohen Energiepreise deutliche Anstiege.

Geringere Bautätigkeit verstärkt Druck auf Mietmarkt

Die geringere Nachfrage nach Kaufobjekten aufgrund des hohen Zinsniveaus, verschärfter Kreditrichtlinien sowie der hohen Lebenshaltungskosten und das Ausweichen potentieller Käufer auf den angespannten Mietmarkt sind nicht die einzigen Gründe für die aktuelle Preisentwicklung. Ein weiterer sei ein Rückgang bei der Produktion von Wohnraum, während der Bedarf gleichzeitig stark zunehme, so IVD-Leiter Stephan Kippes. "Die Bauträger haben ihre Tätigkeit deutlich zurückgeschraubt. Wir kriegen wesentlich weniger neue Wohnungen in den Markt Und das ist einer sehr unschöne Entwicklung, die den Mietmarkt weiter unter Druck setzen wird."

Kaum Entspannung auf dem Immobilienmarkt in Sicht

Eine Entspannung auf den Wohnungsmärkten in Bayern sei wegen der rückläufigen Baugenehmigungszahlen und der Stornierungswelle am Wohnungsbau in den bayerischen Ballungsräumen nicht in Sicht. Wenn man daran etwas ändern wolle, so der IVD, so sei die Förderung des genossenschaftlichen Wohnens ein wichtiger Faktor, Mitarbeiterwohnungen für die Angestellten von Unternehmen vor allem in den unteren und mittleren Gehaltsbändern sowie die Ausweisung von neuen Wohnflächen. Und Programme, die Bauträgern bei der Errichtung von Immobilien helfen könnten, die Kosten für durch immer höhere energetische Auflagen zu schultern. Denn die würden am Ende des Tages irgendwo in die Miete einfließen.

Dieser Artikel ist erstmals am 25.04.2023 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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