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Start-up aus Gerhardshofen produziert Bio-Kräuterbutter | BR24

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Schon auf Familienfesten war sie der Hit: die Kräuterbutter von Birgit Lindner. Als ihr Sohn im Studium einen Businessplan für die Butter-Vermarktung entwarf, kam alles ins Rollen. Heute haben Mutter und Sohn ein eigenes Start-up.

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Start-up aus Gerhardshofen produziert Bio-Kräuterbutter

Schon auf Familienfesten war sie der Hit: die Kräuterbutter von Birgit Lindner. Als ihr Sohn im Studium einen Businessplan für die Butter-Vermarktung entwarf, kam alles ins Rollen. Heute haben Mutter und Sohn ein eigenes Start-up in Gerhardshofen.

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Alles begann in der Küche von Birgit Lindner in Gerhardshofen im Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim. Egal ob Grillfest oder Geburtstag – ihre Kräuterbutter ist seit vielen Jahren der Renner bei Familie und Freunden. Das Rezept hat sie selbst entwickelt – ein langer Prozess, da sie nur natürliche Zutaten verwenden wollte.

Aus einer Masterarbeit wird Start-up-Gründung 2018

Großer Fan der knallgrünen Kräuterbutter seiner Mutter war Patrick Lindner schon immer. So wurde sie auch der Mittelpunkt seiner Masterarbeit. Er erstellte einen Businessplan zur Vermarktung des Produkts. Aus der Masterarbeit wurde ernst und schließlich meldeten Mutter und Sohn ihr Start-up im Mai 2018 an. Sie nannten ihre Butter "Kaestler" nach dem Gerhardshofener Ortsteil Kästel, in dem die Familie wohnt.

Bio-Kräuterbutter wird zuhause produziert

An der Philosophie von Birgit Lindner änderte sich nichts: Noch immer sollte die Butter bio produziert werden. Weil dies aber nun gewerblich passierte, wurde aus der Abstellkammer eine zweite Küche, in der nach allen Lebensmittelvorgaben produziert werden kann. Im Keller wurde gekühlt, im Wohnzimmer die Schachteln für die Butter gefaltet. Schon ein halbes Jahr nach der Gründung kam die Biozertifizierung. Und die beiden sind auf Messen unterwegs. Während Patrick Lindner sich um den Vertrieb drumherum kümmert, produziert hauptsächlich Mutter Birgit.

Produktion wächst

Aus 36 verkauften Stück Butter im ersten Monat wurden 11.500 in einem guten Sommermonat. Inzwischen gibt es auch sechs Sorten. Also musste mehr Platz und auch vier Angestellte her, die Birgit Lindner in der Produktion unterstützen. So zog Kaestler nach Weisendorf, nur wenige Autominuten entfernt. Auch wenn hier der Mixer und die Kühlkammer deutlich größer sind: Viele Schritte werden trotzdem noch per Hand gemacht.

Kompostierbare Verpackung

Die komplette Verpackung der Kräuterbutter ist kompostierbar, da sie aus Graspapier besteht. Bald soll es auch noch eine vegane Alternative auf dem Markt geben. Die Rezepte stehen bereit, nur wird hier noch an einer hausmüllkompostierbaren Folie geforscht. Dafür haben die Lindners mit belgischen und Schweizer Unternehmen und einer Schweizer Hochschule beauftragt. Die vegane Butter hat nämlich eine andere Konsistenz, die die bisherige Verpackung durchweichen würde.

Noch kein Vollzeitjob

Birgit Lindner ist eigentlich Immobilienmaklerin und arbeitet auch noch in ihrem Job. Ihr Sohn Patrick ist Projektleiter bei Schaeffler. Nebenher ein wachsendes Start-up zu haben, ist oft nicht leicht, geben die beiden zu. Viele Feierabende oder auch Urlaubstage gehen für ihr "Baby" drauf. Immerhin machen die beiden alles selbst – sogar Produktfotos. Doch das lohne sich, sagt Patrick Lindner. Aktuell schreibt Kaestler noch keine schwarzen Zahlen, das sei normal, da es noch ein junges Start-up sei. Ändert sich das aber, können sich Mutter und Sohn vorstellen, Vollzeit für ihr Unternehmen zu arbeiten.

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