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Stagnierende Konjunktur bedroht Leiharbeit | BR24

© BR / Birgit Harprath

Zeitarbeiter werden an Firmen ausgeliehen, wenn mehr zu tun ist als sonst. Mit dem Ende der Hochkonjunktur beenden aber viele Unternehmen die Verträge mit Zeitarbeitsfirmen. Die Beschäftigten bangen um ihre Jobs.

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Stagnierende Konjunktur bedroht Leiharbeit

Zeitarbeiter werden an Firmen ausgeliehen, wenn mehr zu tun ist als sonst. Mit dem Ende der Hochkonjunktur beenden aber viele Unternehmen die Verträge mit Zeitarbeitsfirmen. Die Beschäftigten bangen um ihre Jobs.

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800.000 Menschen arbeiten in Deutschland für Zeitarbeitsfirmen. Doch ihre Zahl sinkt. Die Zeitarbeitsbranche ist die einzige Sparte, bei der Stellen abgebaut werden, meldete die Bundesagentur für Arbeit. Ein Zeichen dafür, dass die Konjunktur schwächelt.

Wie das Prinzip Zeitarbeit funktioniert

Wenn zum Beispiel ein Autohersteller viele Fahrzeuge verkauft oder wenn in der Landwirtschaft die Ernte anfällt, sind Leiharbeiter gefragt. Diese werden über eine externe Firma angestellt, und zwar nur so lange, wie etwas zu tun ist.

Der Vorteil für die Unternehmen: Sie müssen die Zeitarbeiter nicht mit einem Arbeitsvertrag an sich binden, weil die ja bei der Zeitarbeitsfirma angestellt sind. Ist die Arbeit getan, kümmert sich die Zeitarbeitsfirma darum, neue Jobs zu finden. Allerdings sind die Einzelheiten komplizierter.

Gesetze sollen die Zeitarbeiter vor Ausbeutung schützen

Seit 2017 dürfen Unternehmen Zeitarbeiter nur noch für maximal 18 Monate einsetzen. Ansonsten muss eine Festanstellung her: Der Zeitarbeiter wird dann zum normalen Mitarbeiter mit Arbeitsvertrag und sozialer Absicherung über das Unternehmen. Es gibt aber eine Ausnahme: Per Tarifvertrag kann diese Grenze unter- oder überschritten werden. So gelten in der Metall- und Elektroindustrie zurzeit 48 Monate Verleihdauer. Danach müssen die Zeitarbeitsfirmen für ihre Angestellten neue Beschäftigungen finden. Sie müssen sie bezahlen, auch wenn es gerade nichts zu tun gibt.

Befristete Verträge auch bei Zeitarbeitsfirmen

Doch auch hier gibt es einen Spezialfall: Leiharbeitsfirmen können ihre Kräfte befristet beschäftigen, also zum Beispiel nur für die Dauer eines konkreten Einsatzes. Das mindert das Risiko, nicht vermittelte Mitarbeiter weiter beschäftigen zu müssen. Das Risiko trägt dann der Leiharbeiter. Allerdings ist das eine Befristung ohne Sachgrund, und die erlaubt das Gesetz beim selben Beschäftigten nur ein Mal.