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OPEC+ einigt sich auf höhere Fördermenge beim Rohöl

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Spritpreise: Bringt OPEC-Ölkartell Entspannung?

Die Erdöl exportierenden Länder und ihre Partner haben sich auf eine höhere Fördermenge geeinigt. Ab August wollen die 23 Mitglieder der sogenannten "Opec plus" pro Tag wieder deutlich mehr produzieren. Was bedeutet das für Sprit-und Heizölpreise?

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Von
  • Jürgen Seitz
  • Andrea Beer
  • Jan Plate

Die Erdöl exportierenden Länder und ihre Partner haben sich geeinigt: Ab August werde die Öl-Allianz ihre Tagesproduktion bis auf weiteres um jeweils monatlich 400.000 Barrel steigern, teilte die Opec am Sonntag nach einem kurzfristig einberufenen Online-Ministertreffen mit. Sollten die Marktbedingungen es zulassen, werde die noch bestehende Produktionskürzung damit im September 2022 enden, hieß es.

Experte sieht Entspannung bei Inflation

Eine Erhöhung der Fördermenge belastet tendenziell die Preise. Im Tief kostete heute ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 71,45 US-Dollar, ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank bis auf 69,33 Dollar. Das waren jeweils über zwei Dollar weniger als am Freitag.

Für Kapitalmarktexperte Folker Hellmeyer waren und sind die Energiepreise der wichtigste Inflationstreiber. Im Rahmen der Corona-Krise hatten die OPEC+ Staaten die Fördermenge um zehn Millionen Fass pro Tag gesenkt. Mit der aktuellen Maßnahme liege die Fördermenge pro Tag dann, so Hellmeyer, zwar immer noch um 3,8 Millionen Fass pro Tag unter dem Niveau vor der Corona-Krise. Die Zeichen stünden jedoch auf Entspannung.

So argumentieren auch die Rohstoffexperten der Commerzbank. Längerfristig wäre mehr Rohöl von der OPEC+ verfügbar. Dies könnte die Ölpreise im nächsten Jahr belasten, da unklar ist, ob der Markt dieses zusätzliche Öl benötigt. Die Experten rechnen mittelfristig mit einer disziplinierten Umsetzung der Strategie durch die OPEC+ und einem stabilen Preisverlauf in den nächsten Monaten.

Sprit-und Heizölpreise schwer vorherzusagen

Die Folgen der Entscheidung für die Käufer von Heizöl und für Autofahrerinnen und Autofahrer sind noch schwer abzusehen, tendenziell wird sie die Preise eher drücken. Sprit ist inzwischen so teuer wie zuletzt im Herbst 2018. Im Vergleich zum von der Corona-Krise geprägten Sommer 2020 kostet Kraftstoff gut 20 Prozent mehr. Doch weil die Ölförderstaaten Einnahmen brauchen, sind Preiskriege wie in den vergangenen Jahren Experten zufolge nicht in Sicht.

© Jan Plate/ARD
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Opec+ - Beschluss: Folgen für Verbraucher unklar

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