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Sprachassistenten: Smartes Weihnachtsgeschenk für Oma und Opa? | BR24

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In der Werbung versprechen smarte Sprachassistenten Hilfe und Informationen in allen Lebenslagen. Ist das wirklich so und kommen auch ältere Menschen damit klar? Ein Check.

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Sprachassistenten: Smartes Weihnachtsgeschenk für Oma und Opa?

In der Werbung versprechen smarte Sprachassistenten Hilfe und Informationen in allen Lebenslagen. Ist das wirklich so und kommen auch ältere Menschen damit klar? Ein Check.

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Ausgangspunkt des mehr/wert-Checks: Einsteigermodelle aus dem Internet. "Amazon Echo dot" für 59 Euro, "Google Home Mini" für 39 Euro und "hallo magenta" für 149 Euro. Den "smart speaker" der Telekom gibt es leider nur als Pappkameraden mit Informationen des Unternehmens. Er sollte im Sommer schon auf den Markt kommen, als deutsche Antwort auf amerikanische Systeme. Doch der Start bleibt erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben.

Unsere Tester: Hildegard Kroner, 78, Henning Hilmer, 74 und Helmut Burger-Scheidlin, 69, vom Computer-Senioren-Club München. Als Experte und Coach mit dabei ist Tim Pfeilschifter, 22. Er arbeitet für die Abteilung digitale Entwicklung des Bayerischen Rundfunks. Wir checken: Bedienung, Funktion und Qualität.

Was ist ein Sprachassistent ohne Internet?

Zunächst die Bedienung. "Alexa Echo dot" von Amazon darf den Anfang machen. Für die drei Senioren ist es eine Premiere. Erst einmal heißt es: App runterladen. Dafür brauchen die Tester ein Smartphone oder Tablet, eine W-LAN-Verbindung und eine Amazon-Anmeldung. Das haben sie, kniffelig ist es trotzdem. Etwa eine halbe Stunde vergeht. "Jetzt kann man was sagen, wenn man möchte", erklärt Digitalexperte Pfleischifter. Henning Hilmer macht den Anfang: "Alexa, wie wird das Wetter heute?"

Beim "Google Home Mini" braucht man ebenfalls eine App und W-LAN zur Einrichtung. Dazu eine Google-Anmeldung. Zunächst bereitet die App allerdings einige Probleme, doch dann geht es zügig voran. Den Pappkameraden von der Telekom kann die Crew noch nicht starten. So kommt Experte Pfleischifter gleich dazu, die Komponenten zu erklären:

"Ein Sprachassistent an sich besteht aus zwei Komponenten: einmal aus dem Gerät an sich, das ist eigentlich nichts anderes als ein Lautsprecher, und auf der anderen Seite aus dem Sprachassistenten, das ist eine Software, eine Art Programm, die wiederum in der Cloud liegt. Eine Cloud ist so etwas wie ein ausgelagerter Speicher auf einem Server - außerhalb sozusagen. Das heißt, wenn man den Sprachassistenten, also den 'smart speaker' an sich hat, und der hat kein W-LAN oder kein Internet, ist das nichts anderes als ein Lautsprecher." Tim Pfeilschifter, Bayerischer Rundfunk, Abteilung digitale Entwicklung

Mit Internetverbindung kann das Gerät aber vieles: zum Beispiel Radio spielen, oder auch jodeln. Wir haben eine sogenannte smarte Lampe im Internet bestellt. Sie soll dann von Alexa und Google ansteuerbar sein, per Sprachbefehl "Licht an, Licht aus". Eigentlich eine nützliche Sache, doch die Senioren müssen sich beim Lampenhersteller registrieren - und das will auch nach vielen Anläufen nicht klappen.

Amazon bietet ein interessantes Zusatzgerät. Der "Echo Connect" für 39 Euro verbindet Alexa mit dem Telefon und man kann sprachgesteuert Notrufe absetzen.

Datensammeln bleibt ungeklärtes Risiko

Bei der Qualität geht es vor allem um die Lautsprecher. Alexa und Google klingen ähnlich. Beide wie ein Küchenradio. Alexa hat einen Vorteil: Die App kann auch per Kabel an die Musikanlage angeschlossen werden. Grundsätzlich gilt: Wer bereit ist, mehr zu zahlen, kann mit einer besseren Klangqualität rechnen. Aber es gibt auch ein ungeklärtes Risiko. Wenn die Geräte angesprochen werden, lauschen sie natürlich immer mit und sammeln Daten:

"Sowohl Google als auch Amazon sind ja amerikanische Unternehmen. Das heißt, schlussendlich würden unsere Daten dann zur Analyse wahrscheinlich in den USA landen. Und da wissen wir nicht ganz, was mit den Daten dann passiert. Im Vergleich dazu: Magenta ist ja mit der Telekom ein deutsches Unternehmen. Das heißt, da würden dann wiederum die Daten in Deutschland liegen und der Datenschutz in Deutschland ist um einiges strenger als er es beispielsweise in den USA ist." Tim Pfeilschifter, Bayerischer Rundfunk, Abteilung digitale Entwicklung

Fazit des Checks: Alexa punktet mit dem Notruf, Google gefällt besser und lässt sich schneller einrichten. Die Senioren ziehen aber jetzt erst mal den Stecker, sodass niemand mehr mithören kann. Denn so recht überzeugt sind sie wegen der problematischen Datensicherheit von den Sprachassistenten noch nicht.