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Die sozialen Verbände in Bayern schlagen Alarm: Sie sehen tagtäglich Menschen, die die Corona-Pandemie in Not bringt. Damit die Gesellschaft sich nicht weiter spaltet, fordern sie, den Sozialstaat auszubauen.

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Bayerns Sozialverbände: Corona verschärft soziale Ungleichheit

Die sozialen Verbände in Bayern schlagen Alarm: Sie sehen tagtäglich Menschen, die die Corona-Pandemie in Not bringt. Damit die Gesellschaft sich nicht weiter spaltet, fordern sie, den Sozialstaat auszubauen.

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Von
  • Walter Kittel

Das "soziale Netz Bayern" fordert Maßnahmen für mehr soziale Gerechtigkeit. Die Corona-Pandemie vergrößere bestehende soziale Ungleichheiten, so das Bündnis aus 16 Verbänden und Sozialorganisationen, dem u.a. der DGB, der Sozialverband VdK und die Caritas angehören. Einkommensverluste würden überdurchschnittlich oft Menschen betreffen, die schon zuvor schwächere Positionen auf dem Arbeitsmarkt hatten.

Armut in Bayern steigt an

Bereits bestehende Gräben in der Gesellschaft dürften nicht noch tiefer werden, kritisiert das soziale Netz Bayern. Gerade in Krisenzeiten müsse den Menschen mehr Sicherheit und soziale Gerechtigkeit geboten werden. Aktuell seien aber Erwerbstätige mit ohnehin niedrigen Einkommen von den wirtschaftlichen Verwerfungen besonders stark betroffen. Etwa Minijobber, die während der Krise am schnellsten entlassen worden seien. Dazu würden auch viele Rentnerinnen und Rentner zählen, die sich aufgrund einer zu geringen Rente etwas hinzuverdienen müssen. Nach Angaben von Sozialverbänden kommen immer mehr Menschen mit Geldsorgen in die Schuldnerberatungsstellen. Infolge der Corona-Pandemie habe die Armut in Bayern insgesamt zugenommen, so die Vorsitzende des VdK Bayern Ulrike Mascher.

"Ob Kinderarmut, Einkommensarmut, Wohnungsarmut, Altersarmut oder Frauenarmut. In Bayern ist die Lage besorgniserregend und sie wurde durch die Corona-Pandemie nochmal deutlich verschärft." Ulrike Mascher, Landesvorsitzende VdK Bayern

Umdenken gefordert

Von den politischen Entscheidungsträgern erhofft sich das Soziale Netz Bayern ein Umdenken. Gefordert werden u.a. ein höherer Mindestlohn, eine Kindergrundsicherung sowie mehr bezahlbarer Wohnraum. Es müsse verhindert werden, dass zunehmende Abstiegs- und Zukunftsängste den Nährboden für Rechtspopulisten und Verschwörungsfanatiker bilden. Die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit und die Sorge für arme Menschen müsse Kernaufgabe des Staates sein und bleiben.

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