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Sozialstaat federt Einkommensverluste durch Corona ab | BR24

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Die wirtschaftlichen Maßnahmen, die der Staat zur finanziellen Hilfe der Beschäftigten aufgelegt hat, greifen und minimieren die Einkommensverluste. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des IAB in Nürnberg und des ifo Instituts in München.

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Sozialstaat federt Einkommensverluste durch Corona ab

Die wirtschaftlichen Maßnahmen, die der Staat zur finanziellen Hilfe der Beschäftigten aufgelegt hat, greifen und minimieren die Einkommensverluste. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des IAB in Nürnberg und des ifo Instituts in München.

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Von
  • Inga Pflug

Kurzarbeitergeld, niedrigere Steuern und Abgaben und Sozialleistungen wie der Notfall-Kindergeldzuschlag haben die von Corona ausgelösten Einkommensverluste in Deutschland erheblich gedämpft. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg und der Wirtschaftsforscher des ifo Instituts in München.

Kurzarbeit als "Stoßdämpfer"

Demnach wird ein großer Teil der krisenbedingten Einkommensverluste über die Arbeitslosenversicherung ausgeglichen. Die Studie schätzt, dass durch Corona das Bruttoeinkommen insgesamt um rund drei Prozent gesunken ist, bei den unteren zehn Prozent der Einkommen sogar um 4,3 Prozent. Kurzarbeitergeld und niedrigere Steuern und Abgaben verringerten den Rückgang im Durchschnitt aber auf 1,1 Prozent, so ifo-Experte Andreas Peichl: "Die Kurzarbeit funktioniert wie geplant, wie ein Stoßdämpfer am Auto."

Weitere Einkommensverteilung entscheidend

Der Kinderbonus, die Erhöhung des Einkommenssteuerfreibetrags für Alleinerziehende, der Notfall-Kindergeldzuschlag und der erleichterte Zugang zu Leistungen der Grundsicherung sorgen demnach sogar dafür, dass das verfügbare Einkommen über alle Einkommensklassen durchschnittlich sogar nur um 0,1 Prozent schrumpft. Den Forscherinnen und Forschern zufolge hängt die Einkommensverteilung in der weiteren Krise entscheidend davon ab, wie sich die krisenbedingten Beschäftigungsausfälle und die finanziellen Unterstützungsleistungen für die Bevölkerung weiterentwickeln.

Situation trotz zweiter Welle dank Hilfen wohl stabil

Die Studie berücksichtigt bislang die Entwicklungen bis September, also noch nicht die Situation vor der starken Zunahme des Infektionsgeschehens seit Oktober 2020. Dennoch schätzen die Verfasser der Studie, dass sich die Ergebnisse für den Rest des Jahres nicht wesentlich ändern – auch aufgrund der November- und Dezemberhilfen.

Die Studie kommt außerdem zu dem Schluss, dass von den Maßnahmen besonders die 20 Prozent mit den niedrigsten Einkommen profitiert haben – so dass sich die Einkommens-Ungleichheit in Deutschland nicht verschärft habe.

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