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Sozialer Aufstieg immer schwieriger | BR24

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Schild am Sozialkaufhaus der Arbeiterwohlfahrt

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    Sozialer Aufstieg immer schwieriger

    "Wer sich anstrengt und sich bildet, der kann auch sozial aufsteigen"- diese Lebensweisheit aus den Anfangszeiten der sozialen Marktwirtschaft hat nach Ansicht des Paritätischen Wohlfahrtverbandes immer weniger Geltung.

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    In seinem jüngsten Jahresgutachten kommt der Paritätische Wohlfahrtsverband zu einem insgesamt ernüchternden Urteil der sozialen Lage in Deutschland. "Das zentrale Versprechen der sozialen Marktwirtschaft, wer sich anstrengt, kann auch sozial aufsteigen" werde trotz der anhaltend guten Wirtschaftsentwicklung immer weniger eingelöst, so der Gesamtverband. " Der Bundesregierung sei es nicht gelungen, Armut und Ungleichheit spürbar zu reduzieren", so der zentrale Vorwurf.

    "Agenda des Sozialen" gefordert

    Um die Aufstiegsmobilität zu ermöglichen,fordert der Verband eine "Agenda des Sozialen" mit einem "rigorosen Kurswechsel in der Steuer- und Finanzpolitik. Die wachsende soziale Ungleichheit in der Bundesrepublik sieht der Paritätische Gesamtverband vor allem in der seit "Jahren relativ stabilen Zahl von etwa 2,5 Millionen Kindern und Jugendlichen, die an oder unter der Armutsgrenze leben". Von seiten des Verbandes werden dafür vor allem ein Versagen der "bestehenden Sicherungssysteme und das fehlende Interesse, daran etwas zu ändern" verantwortlich gemacht. Mit dramatischen Folgen für die Gesamtgesellschaft:

    "Ungleichheit und die Blockade von Aufstiegschancen werden immer mehr zu einer Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt" warnt Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes.

    Enttäuschung über SPD

    Enttäuscht ist der Gesamtverband vom SPD-Steuerkonzept.So sei insbesondere "unverständlich,dass die SPD keine Vorschläge zur Besteuerung der Vermögen mache, obwohl die Vermögensungleichheit in Deutschland zu den höchsten in Europa zähle".