Touristen am beliebten Strand Banje in Dubrovnik
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Auch in Kroatien wird der Urlaub wegen der hohen Inflation teurer

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Sommer-Urlaub: Auch in Kroatien steigen die Preise

Ob eine Städtereise nach Dubrovnik oder ein Strandurlaub auf Krk – Touristen müssen sich auch in Kroatien auf höhere Kosten einstellen. Wo die Preise besonders hoch sind und wie sich trotzdem noch Geld sparen lässt.

Die Inflation steigt und in der Ukraine herrscht Krieg, doch das scheint die Reiselust der Deutschen nach zwei Corona-Jahren nicht zu dämpfen. Nach einer Umfrage der GfK-Konsumforscher im Auftrag des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT) möchten 69 Prozent der Befragten, die generell verreisen, in diesem Sommer auf jeden Fall in den Urlaub fahren. Kroatien ist dabei nach wie vor ein beliebtes Reiseziel.

Im Jahr 2019 – vor der Corona-Krise – machten 2,88 Millionen Menschen aus Deutschland Urlaub in Kroatien, meldete das Statistische Bundesamt. Diese Zahl könnte heuer noch übertroffen werden, berichten Reiseveranstalter. Kroatien gehöre dieses Jahr zu den beliebtesten Reisezielen seiner Kunden, berichtet Ralph Schiller, Chef des Reisekonzerns FTI Group. "Hier könnte es zu den begehrten Terminen in der Sommersaison eng werden mit den Plätzen."

Tourismus wichtiger Wirtschaftszweig in Kroatien

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen in den vergangenen zwei Jahren haben Kroatiens Wirtschaft getroffen. Denn die Einnahmen aus der Reise- und Tourismusbranche machen laut Statistischem Bundesamt ein Viertel des kroatischen Bruttoinlandsprodukts aus.

In diesem Jahr scheint sich der Negativtrend aus den Corona-Jahren umzukehren. Es kommen wieder vermehrt Touristen ins Land. Alleine im April 2022 verzeichnete das kroatische Landesamt für Statistik 2,5 Millionen touristische Übernachtungen. Rund 21 Prozent davon waren Deutsche.

Preise für Lebensmittel in Kroatien gestiegen

Die Inflation in Kroatien liegt nach offiziellen Angaben bei knapp zehn Prozent. Doch blickt man auf Alltagsartikel in Supermärkten, dürften die Preissteigerungen deutlich höher liegen. Teilweise sind die Preise scheinbar gleich geblieben, die Verpackungen aber kleiner geworden. Nach Angaben des kroatischen Landesamts für Statistik sind die Preise für Essen und nicht-alkoholische Getränke im Mai 2022 um 15,2 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Auch in der Gastronomie macht sich ein massiver Preisanstieg bemerkbar. Zum Beispiel kostete ein Bier in einem Biergarten in der kroatischen Hauptstadt Zagreb vor der Corona-Pandemie zwölf Kuna, also rund 1,60 Euro. Inzwischen muss man dort 19 Kuna für das Bier bezahlen, das sind umgerechnet etwas mehr als 2,50 Euro.

Auch Hotels und Flugreisen sind teurer

In touristisch begehrten Orten und Inseln wie Split, Dubrovnik oder Rovinj sind die Preise noch mal deutlich höher. Ein Mittagessen für eine vierköpfige Familie kann da schnell 700 Kuna und mehr kosten, das sind umgerechnet rund 93 Euro. Auch die Hotelpreise sind laut dem kroatischen Statistikamt gestiegen. Sie verteuerten sich in diesem Mai um mehr als zwölf Prozent im Vergleich zum Mai 2021.

Darüber hinaus steigen die Preise für Flugreisen. Flugpassagiere müssen sich wegen gestiegener Treibstoffkosten infolge des Ukraine-Krieges auf höhere Ticketpreise im Sommer einrichten. Darauf haben die Luftverkehrskonzerne Lufthansa und Air France-KLM bereits im Mai hingewiesen. "Steigende Kosten müssen wir an unsere Kunden weitergeben", sagte Lufthansa-Finanzchef Remco Steenbergen.

Geld sparen beim Geld wechseln

Aktuell müssen deutsche Touristen noch Euro in die kroatische Währung Kuna wechseln. Dabei können sie versuchen, zumindest etwas Geld zu sparen. Denn je nachdem, wo man Euro in Kuna tauscht, fällt der Wechselkurs unterschiedlich hoch aus. In der Regel sind die Kurse in Wechselstuben deutlich günstiger, als wenn man Geld am Automaten abhebt.

Ab kommenden Jahr könnte Schluss sein mit dem Geldwechseln in Kroatien. Die Europäische Kommission hat Anfang Juni zugestimmt, dass der Euro zum 1. Januar 2023 auch in Kroatien eingeführt werden kann. Dabei analysierte die Kommission unter anderem die Inflation und die Stabilität der Wechselkurse in dem Land, das seit 2013 zur EU gehört.

Der Eintritt Kroatiens in die Eurozone werde die kroatische Wirtschaft und "auch den Euro stärken", erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU). Nun müssen noch die EU-Mitgliedstaaten zustimmen, dass Kroatien auf die Gemeinschaftswährung umstellen kann. Dies soll voraussichtlich im Sommer passieren.

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