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Münchner Solarauto Sion auf der Kippe - Crowdfunding soll helfen | BR24

© BR/Regina Kirschner

Ein Elektroauto mit Solarzellen zum günstigen Preis - damit wollte Sono Motors nächstes Jahr in Serie gehen. Doch die Produktion des Sion verzögert sich erneut, denn die Finanzierung wackelt. Die Münchner Firma startet deshalb nun ein Crowdfunding.

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Münchner Solarauto Sion auf der Kippe - Crowdfunding soll helfen

Ein Elektroauto mit Solarzellen zum günstigen Preis - damit wollte Sono Motors nächstes Jahr in Serie gehen. Doch die Produktion des Sion verzögert sich erneut, denn die Finanzierung wackelt. Die Münchner Firma startet deshalb nun ein Crowdfunding.

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Mit einem Hilferuf wendet sich das Münchner Start-up Sono Motors an die Community: "Wir brauchen 50 Millionen Euro bis zum 30. Dezember", heißt es auf der Kampagnenseite im Internet. Die jungen Firmengründer hoffen auf 2.000 Menschen, die den Preis für das Elektro-Auto Sion im Voraus bezahlen würden – und zwar in Höhe von 25.000 Euro.

"Wir haben in den letzten Monaten immer wieder feststellen müssen, dass unsere Ziele in völligem Widerspruch zu denen klassischer Finanzinvestoren stehen", Laurin Hahn, Sono Motors-Chef

Hahn, einer von drei Gründern, spricht von "weit fortgeschrittenen Verhandlungen mit einer Vielzahl von Gesprächspartnern" - aber auch von der Angst, dass diese nur an den Patenten und Technologien des Unternehmens interessiert sein könnten. Deshalb setze das Unternehmen nun auf Crowdfunding als Alternative.

Solarzelle auf Dache und Seiten des Sion

Sono Motors nennt sein Fahrzeug "das erste solar-elektrische" Auto. Das Besondere: Es kann nicht nur wie ein herkömmliches Elektroauto geladen werden, sondern auch mit Solarzellen auf dem Dach und an den Seiten, die in die schwarze Karosserie eingelassen sind. Die Firma wirbt mit dem Spruch: "Das Auto, das sich selbst lädt." Optisch lässt sich der Sion am ehesten mit einem Familien-Van vergleichen und erinnert an den VW Touran.

Investoren könnten bei Pleite von Sono Motors alles verlieren

Sollte das Ziel von 50 Millionen Euro bis Ende dieses Jahres nicht erreicht werden, bekommen die Investoren ihr Geld zurück. Außerdem plant Sono Motors nach eigenen Angaben eine Gewinnbeteiligung für die Kunden, die schon vor der Kampagne ihr Auto reserviert hatten.

Im umgekehrten Fall könnte es für die Investoren aber schlecht ausgehen. Sollte das Unternehmen während der Produktion des Elektroautos Pleite gehen, müssen sie mit finanziellen Verlusten rechnen.

Produktion von Sion verzögert sich

Wenn alles klappt, sollen die ersten Fahrzeuge Ende 2021 vom Band rollen. Das wäre später als ursprünglich geplant: Sono Motors hatte die Produktion schon einmal verschoben, von Ende 2019 auf die zweite Jahreshälfte 2020. Auch den Verkaufspreis musste der Hersteller bereits anheben, wegen Mehrkosten bei der Batterie.

Sono Motors als Münchner Start-up gegründet

Sono Motors wurde als kleines Start-up von Studenten gegründet. Mittlerweile ist daraus ein 80-Mitarbeiter-Unternehmen in München geworden. Insgesamt soll der Sion in Schweden 260.000 Mal vom Band laufen. Einige Bauteile kommen dabei von namenhaften Partnern wie Bosch und Continental.

Der vergleichsweise günstige Preis von 25.000 Euro für ein Elektroauto bringt für Käufer aber auch Einschränkungen mit sich: Sie müssen sich mit einer Farbe und einem Ausstattungspaket begnügen.

Kritik: Solarzellen bringen nur geringe Reichweite

Kritiker führen an, dass 34 Kilometer mehr Reichweite dank der Solarzellen nur unter idealen Bedingungen zu erreichen ist. Wenn das Auto hingegen im Schatten oder in der Tiefgarage steht, verringert sich der Wert entsprechend.

Sono Motors hält dagegen: Pendler würden in Deutschland durchschnittlich 17 Kilometer pro Tag zurücklegen. Die Solarpanele des Sion würden für diesen Zweck also locker ausreichen.