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Software-Updates: Hersteller hinken massiv hinterher | BR24

© pa/dpa/Julian Stratenschulte

Software-Update wird auf einen Volkswagen geladen

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    Software-Updates: Hersteller hinken massiv hinterher

    Die Umrüstung der Dieselautos geht langsamer voran als geplant. Laut Bundesverkehrsministerium fehlen bei fast zweieinhalb Millionen Dieselfahrzeugen die von der Industrie zugesagten Updates, mit denen Stickoxid-Emissionen verringert werden sollen.

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    Die deutschen Autohersteller sind bei den Software-Updates für Diesel-Fahrzeuge massiv im Rückstand. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, über die am Samstag die "Rheinische Post" berichtete. Demnach stehen noch 2,3 Millionen der zugesagten Updates aus, mit denen die Stickoxid-Emissionen um 30 Prozent verringert werden sollen.

    Linke spricht von Blamage für Verkehrsminister

    "Bisher wurden bei rund vier Millionen Fahrzeugen Software-Updates durchgeführt", zitierte das Blatt aus der vom Bundesverkehrsministerium vorgelegten Antwort. Die Hersteller hätten allerdings im August 2017 die Updates für ursprünglich 5,3 Millionen Diesel-Fahrzeuge bis Ende 2018 zugesagt. Zwischenzeitlich habe sich diese Zahl durch Nachmeldungen um etwa eine weitere Million Fahrzeuge erhöht. Die Fehlquote betrug damit zum Jahreswechsel noch mehr als 36 Prozent.

    Die Linken-Politikerin Ingrid Remmers sprach deswegen von einer "blamablen Situation" für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). "Nur mit Trippelschritten kommen die Autohersteller bei den Software-Updates voran", kritisierte Remmers weiter.

    Grüne fordern Umdenken

    Die von Experten als wirksamer eingeschätzten Hardware-Nachrüstungen haben bislang noch nicht einmal begonnen. Auch hier gibt es wegen der Verzögerungen Kritik an den Herstellern sowie an Scheuer. "Die Bundesregierung ist den Menschen gute Luft schuldig. Jetzt wird es höchste Zeit, Politik für die Menschen zu machen, nicht für eine Hand voll Konzernbosse", verlangte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er bekräftigte die Forderungen seiner Partei nach "Hardware-Nachrüstungen auf Kosten der Autoindustrie" und zugleich einem "kräftigen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs".

    Zur Debatte um Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge sagte Hofreiter der "NOZ": "Durch jahrelanges Nichtstun hat die Bundesregierung den Bürgerinnen und Bürgern Fahrverbote eingebrockt." Eine scharfe Absage erteilte der Grünen-Fraktionschef Forderungen nach einer Lockerung von Grenzwerten für den Stickoxidausstoß von Autos.

    Weil: Fahrverbote durch höhere Grenzwerte vermeiden

    Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der auch Mitglied des Aufsichtsrats von VW ist, stellte sich dagegen hinter Bemühungen der Bundesregierung, wonach Fahrverbote nur noch bei höheren Stickoxid-Werten als bisher angeordnet werden müssten. "Viele Städte können damit drohende Fahrverbote abwenden", sagte Weil dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe). Weiter sagte der SPD-Politiker, die EU-Grenzwerte für Stickoxide seien aus seiner Sicht "mit manchen Fragezeichen verbunden".