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So treffen die Corona-Maßnahmen den Flughafen München | BR24

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Der Start der bayerischen Herbstferien wird heuer am Flughafen München deutlich ruhiger als sonst ausfallen. Viele bleiben diesmal lieber daheim, und wegen der coronabedingten Reisebeschränkungen wurde auch das Angebot der Airlines reduziert.

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So treffen die Corona-Maßnahmen den Flughafen München

Die Pandemie bremst den Münchner Flughafen aus: Die Fluggastzahlen sind um fast 90 Prozent eingebrochen. Tausende Menschen bangen um ihren Arbeitsplatz. Die aktuellsten Beschlüsse der Politik erschweren die Situation.

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Von
  • Isabella Kroth

Der Flughafen München: ein wichtiges Drehkreuz. Bis zur Ausbreitung des Coronavirus befand sich der Flughafen permanent im Wachstum, zuletzt mit einem Rekord-Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro. Die Verwaltung war ständig auf der Suche nach Mitarbeitern. Betriebsrätin Anna Müller hat den Flughafen 30 Jahre lang als krisenfesten Arbeitsplatz erlebt.

"Wir haben das nicht verschuldet, wir haben keinen Fehler gemacht. Wir sind in einer Situation, die haben wir uns nicht ausgesucht. Und hier geht’s um Menschen, um ganz viele Menschen." Anna Müller, Betriebsrätin FMG

Flugzeug-Caterer produziert nur noch Mini-Mengen

Nicht weit von der Flughafenverwaltung entfernt befindet sich LSG Sky Chefs, einer der größten Flugzeug-Caterer der Welt. Volker Müller ist Chef der Münchner Niederlassung. Wenn er – wie jeden Morgen um 7 Uhr – seinen Rundgang durch die 18.000 Quadratmeter Küchenfläche beginnt, herrscht dort nun gähnende Leere. Statt 3.500 Mahlzeiten am Tag werden heute nur 160 produziert. Menschen aus 64 Nationen arbeiten hier sonst, um die enormen Mengen bereitstellen zu können. Noch im vergangenen Jahr wurde in Osteuropa nach Mitarbeitern gesucht. Der Niederlassungsleiter rechnet damit, dass sein Betrieb frühestens in vier Jahren wieder die ursprünglichen Mengen produzieren wird.

Gepäckbänder stehen still: Keine Aufträge für Zulieferer

Der einstige Stolz des Flughafens, die 45 Kilometer lange Gepäckförderanlage im Untergrund, transportiert normalerweise 12.000 Gepäckstücke – pro Stunde. "Wir müssen im Moment die Anlage auch turnusgemäß künstlich in Betrieb halten, damit die Anlage sich nicht kaputtsteht", sagt Siegfried Seelos, der Leiter der Zentralen Infrastruktur. Zuletzt war die Firma Beumer aus Frankfurt am Ausbau der Anlage beteiligt. Firmenvertreter Christoph Oftring ist angereist, um auszuloten, wie die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Flughafen aussehen kann. "Wir können eine Zeit lang sicherlich überleben und überbrücken, aber sicherlich nicht für immer. Wenn es noch lange dauert, dann geht uns irgendwann der Atem aus", sagt Oftring.

Kein Aufschwung in Sicht für den Flughafen

Seit Beginn der Pandemie kämpft der Flughafen um jeden Passagier. Corona-Tests sollten Vertrauen schaffen. Doch nach einem kurzen Aufatmen im Sommer gab es immer mehr Reisebeschränkungen. Nun wird von privaten Reisen generell abgeraten. Die Krise geht in eine nächste Runde. Bislang waren Entlassungen am Flughafen nur angekündigt – jetzt sind sie wohl unausweichlich.

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Die neuen strengen Auflagen stoßen bei Lokal- und Regionalpolitikern auf Verständnis, denn in vielen Gemeinden steigt die Zahl der Neuinfektionen steil an. Die Wirtschaft dagegen ist in großer Sorge.

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