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So könnte die geplante Fulda-Main-Leitung P43 verlaufen | BR24

© BR/ Pirmin Breninek

Die Fulda-Main-Leitung soll das Stromnetz zwischen Hessen und Nordbayern entlasten. Nun hat der Netzbetreiber Tennet einen groben Entwurf der geplanten Trasse veröffentlicht. Erneut stößt die Leitung auf Kritik von Anwohnern.

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So könnte die geplante Fulda-Main-Leitung P43 verlaufen

Die Fulda-Main-Leitung soll das Stromnetz zwischen Hessen und Nordbayern entlasten. Nun hat der Netzbetreiber Tennet einen groben Entwurf der geplanten Trasse veröffentlicht. Erneut stößt die Leitung auf Kritik von Anwohnern.

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  • Pirmin Breninek

Die sogenannte Fulda-Main-Leitung, auch bekannt als P43, nimmt immer konkretere Züge an. Der Netzbetreiber Tennet hat nun seine geplanten Korridornetzentwürfe im Internet veröffentlicht. Noch ist allerdings völlig offen, auf welcher der möglichen Routen die Leitung final verläuft.

Netzbetreiber spricht von "erstem Entwurf"

Wie Tennet mitteilt, seien die möglichen Streckverläufe zunächst ein grober Planungsstand. Dieser soll in den kommenden Monaten genauer ausgestaltet werden. "Es handelt sich um einen ersten Entwurf. Wir müssen nun genau schauen, was möglich ist", sagt ein Sprecher von Tennet in Bayreuth.

Bei der Fulda-Main-Leitung handelt es sich um eine 380kV-Wechselstromleitung, die ab 2031 von Hessen nach Bayern führen soll. Geplant ist, dass sie das Umspannwerk Mecklar in Ludwigsau über das Umspannwerk Dipperz bei Fulda mit dem Umspannwerk Bergrheinfeld/West bei Schweinfurt verbindet.

Verlauf durch Landkreise Bad Kissingen und Main-Spessart möglich

Der nun vorgestellte Korridorentwurf sieht vor, dass die Fulda-Main-Leitung voraussichtlich nord- bis südwestlich von Bad Brückenau die Grenze zu Unterfranken passiert. Wo genau, ist allerdings noch unklar. Denn verschiedene Wegzweigungen sind möglich: So könnte die Leitung in der Nähe von Motten im Landkreis Bad Kissingen nach Unterfranken stoßen, genauso gut aber auch in der Nähe von Obersinn im Landkreis Main-Spessart.

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So könnte die Fulda-Main-Leitung verlaufen (vereinfachte Darstellung).

Im weiteren Verlauf sind nach Angaben von Tennet Routen denkbar, die nördlich oder östlich von Hammelburg verlaufen. Eine weitere mögliche Strecke würde nördlich von Gemünden in Richtung Bergrheinfeld führen.

Tennet will Planungen bei Bundesnetzagentur einreichen

Diese verschiedenen Korridorsegmente will Tennet nun im kommenden Frühjahr zur Prüfung bei der Bundesnetzagentur einreichen. Die Behörde nimmt dann die sogenannte Bundesfachplanung vor. Diese wird voraussichtlich etwa zwei Jahre dauern, heißt es von Tennet. Am Ende dieses Prozesses stünde ein etwa 1.000 Meter breiter Korridor.

Ähnlich wie auch bei der Südlink-Stromtrasse soll dann in einem folgenden Schritt dieser 1.000-Meter-Korridor immer weiter eingegrenzt werden. Mit Blick auf den aktuellen Planungsstand sind deshalb noch sehr unterschiedliche Streckenverläufe möglich.

P43 soll Stromnetz entlasten

Tennet erwartet, dass die insgesamt 130 Kilometer lange Fulda-Main-Leitung das bestehende Stromnetz in Hessen und Bayern entlastet. Es handele sich um die zweite Höchstspannungsverbindung zwischen beiden Bundesländern. Die erste stamme bereits aus den 1960er-Jahren und führt von Aschaffenburg nach Bergrheinfeld.

Initiative kritisiert Streckenplanung durch die Rhön

Kritik an den möglichen Streckenverläufen kommt derweil von der Bürgerinitiative "Der Gegenstrom" aus Elfershausen im Landkreis Bad Kissingen. "Und wieder sind die Rhönerinnen und Rhöner betroffen", klagt der Vorsitzende Markus Stockmann. Er könne nicht nachvollziehen, dass ausgerechnet diese Region mit ihren landschaftlich schützenswerten Flächen mit "Strommasten verschandelt werden soll".

In den vergangenen Monaten hatten bereits mehrfach Bürger gegen die P43 protestiert, genauso wie die Landräte von Schweinfurt und Bad Kissingen.

Tennet bietet digitale Sprechstunden an

Die Initiative kritisiert außerdem, dass Tennet die Corona-Lage ausnutzen würde: "Diese Stromleitung soll ab 2031 Strom verteilen, es sollte deshalb genügend Zeit für Diskussionen und öffentliche Veranstaltungen sein. Ein Verstecken hinter Bildschirmen ist inakzeptabel."

Ein Sprecher von Tennet sagt auf Anfrage, dass in den betroffenen Regionen sobald wie möglich persönliche Sprechstunden zur geplanten Streckenführung stattfinden sollen. Das sei wegen Corona aktuell nicht möglich. Von Ende November bis Mitte Dezember 2020 will Tennet zunächst digitale Sprechstunden anbieten.

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