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Gartenpflege lässt sich durch Smart-Gardening-Systeme teilweise automatisieren.

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    Computertechnik im Garten: "Smart Gardening"

    Neben "Smart Home" ist bei vielen Besitzern von Dachterrassen und Gärten auch "Smart Gardening", das ist computergesteuerte Gartentechnik, zunehmend ein Thema. Die Digitalisierung schreitet voran und macht auch vor dem Garten nicht halt.

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    Von
    • Gabriel Wirth

    Vor ein paar Jahren hat sich die Familie Hirner aus München entschieden, in ihrem großen Garten eine automatische Bewässerung zu installieren. Sie kamen mit dem Gießen nicht mehr hinterher, wie Veronika Hirner sagt.

    Automatische Bewässerungssysteme können sich lohnen

    Das Problem seien immer trockenere Zeiten, es seien auch schon diverse Blumen eingegangen. Um das zu vermeiden, kommt jetzt moderne Gartentechnologie zum Einsatz: Sie verlegten Wasserschläuche mit kleinen Löchern um Bäume und Blumen. Tropfenweise werden die Pflanzen nun mit dem kostbaren Nass versorgt. Das Ganze wird über einen Computer gesteuert.

    Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter von entsprechenden Systemen. Zum Beispiel von Gardena, Firmen, die nicht nur Schläuche, Sensoren und entsprechende Computer anbieten, sondern auch eine App, mit der man die zeitliche Steuerung dieser Systeme optimieren kann.

    "Ich kann zum Beispiel einen Sensor nutzen, der die Bodenfeuchtigkeit misst. Sie können auch eine Wetterprognose mit einbeziehen." Heribert Wettels, Pressesprecher Gardena

    Mit der App lässt sich auch der Mähroboter steuern. Ein Gerät, welches recht selbständig seine Runden durch mittlerweile sehr viele Gärten zieht. Hier tummeln sich mittlerweile einige Hersteller, wie Wolf Geräte, Bosch oder Stihl. Aber auch der Discounter Aldi hatte schon welche im Angebot.

    Mähroboter ziehen in vielen Gärten ihre Runden

    Mit der App lässt sich auch der Mähroboter steuern. Ein Gerät, welches recht selbständig seine Runden durch mittlerweile sehr viele Gärten zieht. Allerdings sollte man darauf achten, dass der Roboter nur tagsüber mäht, um Kleintiere wie Igel, die vor allem nachts unterwegs sind, zu schützen. Auch bei diesen Mährobotern werden neuerdings Sensoren eingesetzt, die eigenständig die Mähzeit an das Rasenwachstum anpassen.

    Seit vielen Jahren befasst sich der Würzburger Gärtnermeister Jürgen Hermannsdörfer mit solchen Methoden, die man unter dem englischen Fachbegriff "Smart Gardening" zusammenfasst.

    "Wenn man so ein System mal hat, kann man noch andere Features mit anschließen, wie zum Beispiel Gartenbeleuchtung oder Teichbrunnen. Für mich das Interessante ist die Wassersteuerung, auch im Wasserverbrauch macht sich das bemerkbar." Jürgen Hermannsdörfer, Gärtnermeister

    Gute Planung muss sein

    Ein stabiles Internet sei Grundvoraussetzung für internetgesteuerte Gartenhilfen und dann müsse man natürlich wissen, was die einzelnen Pflanzen an Wasser brauchen.

    "Man muss sich das so vorstellen, dass sie Pflanzengruppen zusammenfassen und es nach Möglichkeit über ein Bewässerungssystem laufen lassen und in dieser Pflanzengruppierung setze ich einen Sensor, wo ich sage, okay, die Pflanzen haben einen ähnlichen Wasserbedarf, zum Beispiel die Hortensien brauchen deutlich mehr Wasser als eine Eibe." Jürgen Hermannsdörfer, Gärtnermeister

    Sinnvolle Lösungen für Gärten gehen bei 500 bis 600 Euro los. Smarte Lösungen gibt es auch für Balkone oder Dachterrassen.

    Experten mahnen zur Vorsicht

    Der Münchner Gärtnermeister Rainer Bisle rät, sich nicht komplett auf die Sensoren zu verlassen. Denn sie müssten schon an der richtigen Stelle sein, und vor allem müssten sie funktionieren.

    "Auf Balkonen oder Terrassen habe ich Pflanzen, die sehr breit sind. Dann bekommen sie kein Wasser, weil der Regensensor sagt: Es regnet, du brauchst nicht gießen. Oder man geht mit einer geringeren Menge und dann gibt es auf einmal Schäden, obwohl ich eine Bewässerung drin habe." Rainer Bisle, Gärtnermeister

    Deshalb rät Bisle, eine automatische Bewässerungsanlage nicht erst am letzten Tag vor dem Urlaub in Betrieb zu nehmen, damit Zeit bleibt, das System über einen längeren Zeitraum zu kontrollieren. Oft ist bei den Käufern auch Ungeduld mit im Spiel.

    "Es sind ja schon die Jüngeren, die sich rantrauen. Die haben schon Smart Systeme im Haus verbaut, die sind scharf, das auf dem Handy drauf zu haben. Die reisen viel, sind viel im Beruf unterwegs und wollen eine Versorgung haben und wissen, wie es im Garten ausschaut." Jürgen Hermannsdörfer, Gärtnermeister

    Auch die Nutzerin Veronika Hirner hat so ihre Erfahrung gemacht mit ihrer automatischen Bewässerungsanlage im Garten. Das funktioniert zwar, aber das Hauptproblem bei ihr sind die Marder, die alle paar Wochen eine andere Stelle des Bewässerungssystems annagen. Also sollte man es sich ganz genau überlegen, bevor man auf smarte Systeme im Garten umsteigt.

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