BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Siemens-Stellenabbau: "Erlangen wird erheblich betroffen sein" | BR24

© BR24/Nicolas Eberlein
Bildrechte: BR/Andreas Heinicke

Siemens Energy will bis 2025 weltweit 7.800 Arbeitsplätze streichen, 3.000 davon in Deutschland. Die Standorte in Deutschland sollen aber erhalten bleiben. In Erlangen wird befürchtet, dass etliche Stellen wegfallen werden.

5
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Siemens-Stellenabbau: "Erlangen wird erheblich betroffen sein"

Siemens Energy will bis 2025 weltweit 7.800 Arbeitsplätze streichen, 3.000 davon in Deutschland. Ganze Standorte will das Unternehmen aber nicht schließen. In Erlangen wird befürchtet, dass etliche Stellen wegfallen werden.

5
Per Mail sharen
Von
  • Andreas Schuster
  • Stephan Lina
  • Heike Wolf
  • Jonas Miller

Siemens Energy hat vier Monate nach dem Börsengang einen massiven Stellenabbau angekündigt. Bis 2025 will der Konzern weltweit 7.800 Arbeitsplätze streichen, 3.000 davon Deutschland. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks wird davon auch der Standort Erlangen erheblich betroffen sein. Das Unternehmen hat angekündigt heute Vormittag die Betriebsräte zu informieren.

5.000 Beschäftigte arbeiten am Siemens-Standort Erlangen Süd

Am Standort Erlangen-Süd sind bei Siemens Energy rund 5.000 Menschen beschäftigt. Hier werden unter anderem Kraftwerke geplant. Auch in Nürnberg gibt es in der Frankenstraße, der Humboldtstraße sowie im Trafowerk in der Katzwanger Straße mehrere Standorte von Siemens Energy. Hier hatte der Konzern erst vor gut einem Jahr den Abbau von 130 Stellen angekündigt.

Siemens-Energy-Technik weniger gefragt als gedacht

Schon seit Jahren gibt es am Weltmarkt ein Überangebot an großen Gasturbinen, und auch Technik für Kohlekraftwerke ist deutlich weniger gefragt als einst gedacht. Hersteller wie Siemens Energy müssen sich deswegen umstellen, sagt Konzernchef Christian Bruch. Weg von fossilen Energien, hin zum Beispiel zu Windkraft oder dem erhofften Zukunftsmarkt Wasserstoff. In der bisherigen Aufstellung sieht Bruch für Siemens Energy deshalb auf Dauer keine Zukunft.

Stellen-Abbau soll sozialverträglich sein

"Wir adressieren diese Punkte jetzt, weil wir unser Unternehmen aus eigener Kraft verändern wollen", sagt Christian Bruch, Vorstandschef Siemens Energy. Man wisse, dass es für alle Betroffenen ein extrem schwieriger Prozess sei. "Wir sprechen hier über Mitarbeiter, die über viele Jahre und Jahrzehnte mit hoher Kompetenz und viel Einsatzbereitschaft für das Unternehmen gearbeitet haben", so Bruch. "Und deswegen sprechen wir jetzt mit den Arbeitnehmervertretern darüber, wie wir den Abbau so sozialverträglich wie möglich gestalten können."

"Zukunftspakt" soll eingehalten werden

3.000 Jobs allein in Deutschland sind vom geplanten Stellenabbau betroffen, der Großteil in Verwaltung, Vertrieb und Management. Dabei soll es aber hierzulande keine Werksschließungen geben. Darauf hatte man sich in der vergangenen Woche mit den Arbeitnehmervertretungen in einem Zukunftspakt geeinigt.

Gewinn konnte gesteigert werden

Gleichzeitig schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen. Siemens Energy-Chef Christian Bruch spricht von einem "soliden Start in das neue Geschäftsjahr". Siemens Energy präsentiert heute die Geschäftszahlen des ersten Quartals. Zwar seien die Aufträge zurückgegangen, Umsatz und Gewinn konnten aber gesteigert werden. Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet Bruch, "dass die Entwicklung gedämpft bleiben wird", weswegen es zu dem angekündigten Stellenabbau kommen soll.

© BR
Bildrechte: BR

Siemens Energy schreibt wieder schwarze Zahlen. Der Energietechnik-Konzern will sich stärker auf Wasserstoff als Energieträger ausrichten. Dafür will das Unternehmen weltweit 7.800 Stellen im Geschäft mit fossilen Brennstoffen streichen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!