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Siemens Fahnen
© Bayerischer Rundfunk 2018

Autoren

Stephan Lina
© Bayerischer Rundfunk 2018

Siemens Fahnen

Für Siemens-Chef Joe Kaeser ist das Glas halb voll. Auch wenn die Sparte Kraftwerkstechnik ein hartes Sanierungsprogramm mit einem großen Stellenabbau durchläuft und im abgelaufenen Quartal rote Zahlen schrieb: Rechne man die hohen Kosten für diesen Umbau heraus, stehe man inzwischen mit einer Rendite von mehr als fünf Prozent deutlich besser da als die Konkurrenz, so Kaeser

"Das findet man eigentlich in der Branche nirgends. Denn die Zahlen, die unsere Wettbewerber kürzlich dazu veröffentlicht haben, die sehen ganz anders aus. Das heißt also: Siemens ist trotz dieser strukturell sehr herausfordernden Umgebungsbedingungen relativ zu den anderen sehr gut unterwegs.“ Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender Siemens

Siemens sichert sich wichtigen Servicevertrag

Kaeser verwies bei der Bilanzpressekonferenz in München unter anderem auf einen Großauftrag aus Ägypten. Dort hatte Siemens in den vergangenen Jahren riesige Kraftwerksanlagen installiert. Inzwischen sicherte sich der Konzern auch einen langjährigen Servicevertrag. Dies gilt in der Branche als besonders wichtig, denn Geld verdienen die Anbieter weniger mit dem Bau, sondern vor allem mit dem Service, der Wartung und dem Betrieb solcher Anlagen.

Siemens steckt Handelskonflikte gut weg

Relativ entspannt gab sich der Siemens-Vorstand angesichts der unruhigen politischen Weltlage. Bisher könne der Konzern zum Beispiel die diversen Handelskonflikte gut wegstecken. Kaeser hofft aber weiter darauf, dass sich die Situation entspannt.

"Ich glaube wichtig wird sein, dass man zwischen China und die USA zu einer Verständigung kommt, wie man die Zukunft miteinander gestalten will. Europa ist im Augenblick leider außenwirtschaftspolitisch nicht einig genug, um dort eine maßgebliche Rolle zu spielen." Joe Kaeser

Bahnfusion von Siemens und Alstom kommt nicht voran

Fragezeichen gibt es derzeit noch bei der geplanten Fusion der rentablen Bahntechnik-Sparte von Siemens mit der französischen Alstom. Bisher sperrt sich die EU-Kommission aus Wettbewerbsgründen gegen den Deal. Kaeser sagte nun in München, er wolle nach wie vor Brüssel von dem Deal überzeugen.

"Ich hoffe, dass das gelingt. Aber wir sind da jetzt nicht hektisch unterwegs und sind auch gar nicht unter Druck.“ Joe Kaeser

Siemens steigert Gewinn leicht

Insgesamt konnte Siemens seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht steigern auf 6,1 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte stärker zu als der Umsatz, das heißt, das Auftragsbuch des Konzerns ist weiter angewachsen. Die Aktionäre erhalten das fünfte Jahr in Folge eine höhere Dividende. Sie steigt leicht auf 3,80 Euro je Anteilsschein.

Autoren

Stephan Lina

Sendung

B5 Wirtschaft und Börse vom 08.11.2018 - 13:38 Uhr