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Siemens Hauptversammlung – Führungswechsel und Gewinnsprung | BR24

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Gute Stimmung bei der Hauptversammlung der Siemens AG: Vorstandsvorsitzender Roland Busch (rechts) verabschiedet seinen Vorgänger Joe Kaeser

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Siemens Hauptversammlung – Führungswechsel und Gewinnsprung

Im Mittelpunkt steht ein personeller Wechsel an der Spitze des Konzerns. Roland Busch löst den langjährigen Siemens-Chef Joe Kaeser ab. Siemens gab bekannt, dass der Münchener Konzern mit einem Gewinnsprung in das neue Geschäftsjahr gestartet ist.

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Von
  • Stephan Lina

Von ganz oben gab es Lob und Applaus: Der Aufsichtsrat würdigte den scheidenden Konzernchef Joe Kaeser für dessen Arbeit, nicht zuletzt für den Radikalumbau und die Neuausrichtung in den vergangenen Jahren:

"Lieber Herr Kaeser, lieber Joe, die Siemens AG ist heute fokussierter, anpassungsfähiger, schneller und stärker denn je. Im Namen des Aufsichtsrats, und vor allem im Namen aller Kolleginnen und Kollegen bei Siemens, danke ich Ihnen für diese Hingabe, für über 40 Jahre unermüdlichen Einsatz, für Ihr Lebenswerk." Jim Hagemann Snabe, Aufsichtsratsvorsitzender Siemens AG

Noch nie in der langen Geschichte von Siemens hatte ein Vorstands-Vorsitzender das Unternehmen so drastisch umgebaut wie Joe Kaeser in seinen mehr als sieben Jahren auf dem Chefsessel. Er trennte die Medizintechnik ebenso ab wie das Energiegeschäft. Beide seien nun selbständig und flexibler als vorher unterwegs. Eine Strategie, die zumindest am Aktienmarkt gut ankomme:

"Die Siemens Energy-Aktie hat seit dem Börsengang Ende September 2020 in der Spitze um etwa 60 Prozent zugelegt. Der Börsenwert der Siemens Healthineers liegt im Bereich von anderen Weltunternehmen wie Bayer oder BMW. Dadurch haben wir die Siemens-Unternehmen zukunftsfähig gemacht und das Wertsteigerungspotenzial der Siemens-Geschäfte nachhaltig erhöht." Joe Kaeser, scheidender Siemens-Vorstandsvorsitzender

Auch die Aktie der Mutter Siemens AG notiert derzeit auf historisch hohem Kursniveau. Das freut Aktionärsvertreter. Sie mahnen allerdings an, nun müsse der neue Konzernchef Roland Busch schnell aus dem Schatten Kaesers treten und das Unternehmen technologisch noch weiter voranbringen:

"Was ist das für eine Siemens? Eine digitale, eine Technik hoch Drei-Gesellschaft, die sich auf dieses: Automation, Digitales spezialisiert. Und da muss schon noch Gas gegeben werden. Wir sind nicht am Ende." Daniela Bergdolt, Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

Die neue Siemens AG konzentriert sich auf Themen wie die digitale Fabrik und smarte Infrastrukturen. Hier sieht der neue Vorstandsvorsitzende, ein gelernter Ingenieur, erhebliches Potential:

"Die weltweiten Investitionen für Automatisierung wachsen in den nächsten fünf Jahre mit mehr als 5 Prozent pro Jahr, bei intelligenten Gebäuden sind es sogar 14 Prozent. Der Markt im Bereich der Mobilität wächst in den nächsten drei Jahren um 2 Prozent. Und allein in die Ladeinfrastruktur werden bis 2030 weltweit rund 110 Milliarden Euro investiert. Unsere Märkte sind die Wachstumsmärkte dieses Jahrzehnts. Und wir setzen alles daran, in diesen Märkten das führende Technologieunternehmen zu sein und zu bleiben." Roland Busch, Siemens-Vorstandsvorsitzender

Zum Auftakt des neuen Geschäftsjahres hat Siemens gut verdient, wie bei der Hauptversammlung bekannt wurde. Im abgelaufenen Quartal legte der Gewinn nach Steuern um 38 Prozent zu auf 1,5 Milliarden Euro. Hohe Zuwächse gab es auch beim Auftragseingang, der zweistellig auf knapp 16 Milliarden Euro stieg. Nach dem Wachstum im ersten Quartal hob Siemens seine Prognose für das Gesamtjahr an. Insgesamt peilt der Konzern nun einen Gewinn von 5 bis 5,5 Milliarden Euro an, nach 4,2 Milliarden im Vorjahr.

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Der neue Vorstandsvorsitzende von Siemens, Roland Busch, setze in der Zukunft vor allem auf die "Digitale Fabrik". Das sagte BR-Reporter Stephan Lina der Rundschau. Dort gebe es in den nächsten Jahren die Wachstumsmärkte für innovative Produkte.