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Siemens hält an Zulieferung für Kohlebergwerk in Australien fest | BR24

© dpa-Bildfunk

Joe Kaeser

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    Siemens hält an Zulieferung für Kohlebergwerk in Australien fest

    Siemens hält trotz Protesten von Klimaschützern an einer wichtigen Zulieferung für ein umstrittenes Kohlebergwerk in Australien fest. So ein Tweet von Vorstandschef Joe Kaeser. Von Klimaaktivistin Luisa Neubauer bezieht er dafür heftige Kritik.

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    Der Industriekonzern Siemens hält trotz Protesten von Klimaschützern an einer wichtigen Zulieferung für ein umstrittenes Kohlebergwerk in Australien fest. Das teilte Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser am Sonntagabend auf Twitter nach einer außerordentlichen Vorstandssitzung mit. Siemens habe alle Optionen geprüft und sei zu dem Schluss gekommen, dass man allen vertraglichen Verpflichtungen nachkommen müsse.

    Zugleich will der Konzern ein wirksames Nachhaltigkeitsgremium schaffen, um Umweltfragen in Zukunft besser zu managen.

    Viel Kritik an Projekt in Australien

    Bei der Kritik an dem Projekt in Australien geht es neben dem Klimaschutz auch um den Verbrauch von Wasser, die Zerstörung von Lebensraum und den Transport der Kohle über das bedrohte Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Welt.

    Ursprünglich wollte Siemens seine Entscheidung am Montag bekanntgeben. Kaeser hatte am Freitag gesagt, die Entscheidung sei nicht einfach. Es gebe unterschiedliche Interessenlagen - von Aktionären, Kunden und auch der Gesellschaft. Kaeser hatte sich auch mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer getroffen und ihr einen Sitz im Aufsichtsgremium des künftigen Unternehmens Siemens Energy angeboten. Dies lehnte sie aber ab und bat ihrerseits darum, das Angebot an einen Vertreter oder eine Vertreterin der Scientists for Future weiterzugeben, was wiederum Kaeser ablehnte.

    Kohlebergwerk: Bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr

    Bei Scientists for Future sind Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen organisiert, die die Klimaschutzbewegung Fridays for Future unterstützen. Kaeser befand daraufhin, Siemens habe genug Experten und Wissenschaftler.

    Die Adani Group will in Australien eines der größten Kohlebergwerke der Welt aufbauen, das aus fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern soll. Das Projekt wird von Umweltschützern seit Jahren bekämpft.

    Neubauer: Diese Entscheidung ist aus dem Jahrhundert gefallen

    Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat Siemens unterdessen heftig für seine Kohleentscheidung kritisiert.

    "Joe Kaeser macht einen unentschuldbaren Fehler. Diese Entscheidung ist aus dem Jahrhundert gefallen." Luisa Neubauer

    Statt Verantwortung für das Pariser Klimaschutz-Abkommen zu übernehmen, gefährde Siemens damit das Ziel, die Erderwärmung auf unter zwei Grad einzudämmen, so Neubauer. Die Menschen seien an einem Punkt in der Geschichte angekommen, "an dem jeder CEO in dieser Größenordnung gefragt ist sich zu entscheiden: für oder gegen das Klima, für oder gegen die Rechte zukünftiger Generationen und den Schutz der Menschen und Tiere, die heute betroffen sind."