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Wirtschaft

Siemens Gamesa schreibt tiefrote Zahlen | BR24

© Margit Siller/BR

Siemens Windkrafttochter mit Verlust im dritten Quartal

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Siemens Gamesa schreibt tiefrote Zahlen

Die Siemens Windkraft-Tochter Gamesa ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Im dritten Quartal erreichte der Verlust 161 Millionen Euro. Wieder waren es die schlechten Geschäfte mit Windrädern an Land, die die Bilanz belasteten.

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Der Windanlagenbauer Siemens Gamesa hat im dritten Geschäftsquartal tiefrote Zahlen geschrieben. Für Belastung sorgte neben der Corona-Krise auch ein schwaches Geschäft mit Anlagen an Land, wie die Siemens-Tochter am Donnerstag im spanischen Zamudio mitteilte. Unterm Strich verbuchte das Unternehmen für die Monate April bis Juni einen Verlust von 466 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 21 Millionen Euro erzielt worden war.

Zahlen für Siemens ein Alarmzeichen

Auch operativ rutschte Siemens Gamesa ins Minus: Der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug 161 Millionen Euro. Die Belastungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise bezifferte Siemens Gamesa auf 93 Millionen Euro. Der Umsatz sank um 8,4 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr peilt Siemens Gamesa einen Umsatz von 9,5 bis 10 Milliarden Euro an.

Für Siemens sind die neuen Zahlen ein Alarmzeichen. Nachdem die Führungsriege dort mehrmals ausgewechselt wurde, sollte es eigentlich aufwärts gehen. Dieses Mal waren es Projekte in Indien, Mexiko und Nordeuropa, wo die Onshore-Geschäfte nur schleppend liefen.

Gesamte Windkraftbranche unter Druck

Die Branche steht insgesamt unter einem enormen Preisdruck. Schuld sind die geänderten Ausschreibungen, in vielen Ländern. In Deutschland hat sich als kritische Stimme auch der Branchenverband VDMA zu Wort gemeldet. Seit die Windenergie hierzulande von festen Vergütungen auf freie Ausschreibungen umgestellt wurde, würden weniger Windräder aufgestellt als geplant. Der VDMA spricht sogar von einer drohenden Stromlücke bei den Erneuerbaren Energien. Mit Blick auf die ambitionierten Klimaziele sei der Ausbau der Windenergie an Land deutlich zu langsam.

Mutterkonzern Siemens hofft auf erfolgreichen Börsengang

Für Siemens in München steht jetzt viel auf dem Spiel: Der Börsengang von Siemens Energy im September muss ein Erfolg werden. Die fossilen Energien stehen in der Kritik, und deshalb war der Konzern bislang bemüht, Siemens Gamesa mit der Windkraft als großen Hoffnungsträger darzustellen. Wenn dessen Geschäftszahlen aber nicht besser werden, dann beschädigen sie das Image des Börsenneulings, und zwar nachhaltig.

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