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Deutschland steht in der Corona-Krise international sehr gut da, sagt Jim Hagemann Snabe, Aufsichtsratschef von Siemens. Auch der Konzern schlage sich bisher gut. Die Krise zeige, dass es künftig auf noch mehr Tempo und Digitalisierung ankomme.

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Siemens-Chefaufseher: Deutschland kommt gut durch die Krise

Deutschland steht in der Corona-Krise international sehr gut da, sagt Jim Hagemann Snabe, Aufsichtsratschef von Siemens. Auch der Konzern schlage sich bisher gut. Die Krise zeige, dass es künftig auf noch mehr Tempo und Digitalisierung ankomme.

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Kein Stellenabbau, nur ein Bruchteil der Mitarbeiter in Kurzarbeit. Siemens hat die Corona-Krise bisher ohne große Einschnitte bewältigt. Das liege auch am Umbau des Konzerns in den Vorjahren, sagte Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe dem Bayerischen Rundfunk. Die Geschäftseinheiten seien heute wesentlich selbständiger und schlanker als in der Vergangenheit, das zahle sich nun aus. Dazu komme ein stabiles Umfeld, so Snabe. Deutschland gelte gerade im Ausland als Vorbild bei der Krisen-Bewältigung:

"Ich glaube das hat damit zu tun, dass die Führung in Deutschland sehr klar ist, aber auch logisch. Man erklärt, was und warum. Zweitens gibt es in der deutschen Kultur eine gewisse Disziplin, und das hilft. Und auch ein soziales Bewusstsein: Dass es nicht nur um mich selbst geht, sondern auch um unsere Gesellschaft. Und damit hat Deutschland diese Krise sehr gut im Griff." Siemens-Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe

Siemens-Chefaufseher Snabe geht davon aus, dass sein Konzern in den kommenden Jahren noch einmal schneller und digitaler wird. Die jüngst beschlossene Ausgliederung der Energiesparte sei der richtige Weg. Damit könne sich die zukünftige Siemens Energy besser im Markt fokussieren und habe auch einen eigenen Zugang zum Kapitalmarkt, so das Credo von Siemens-Chef Joe Kaeser und eben auch von Chefaufseher Jim Hagemann Snabe. Die Zeiten, in denen schiere Größe als Wettbewerbsvorteil für Industrie-Konglomerate galt, die seien vorbei. Der Vorteil von kurzen Entscheidungswegen und klaren Verantwortlichkeiten habe sich auch in den vergangenen Monaten gezeigt:

"Diese Dezentralisierung hat uns jetzt sehr durch die Krise geholfen. Früher war Größe der wesentliche Konkurrenz-Vorteil. Jetzt ist es Schnelligkeit. Die Corona-Krise hat das sehr deutlich gemacht. Und nur deshalb sind wir so weit gekommen." Siemens-Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe

Für Siemens steht in Kürze ein weiterer Umbruch an. Anfang des kommenden Jahres tritt Vorstandschef Joe Kaeser ab. Unter seiner Führung erlebte der Konzern den heftigsten Umbau seiner Geschichte. Kaesers Nachfolger Roland Busch soll Siemens weiter auf Geschwindigkeit trimmen, sagt Snabe, der als Aufsichtsratschef letztendlich das Personal-Tableau im Topmanagement verantwortet:

"Wir wollen Wachstum finden. Und ich glaube: Die wesentliche Aufgabe für Roland und sein Team wird sein, die Innovation voranzutreiben. Dass wir mehr digitale Elemente in unsere Produkte einbringen, noch mehr als heute. Wobei wir da schon sehr weit gekommen sind. Wir müssen nachhaltige Lösungen für die Welt finden, und wir brauchen vor allem Wachstum. Ich bin überzeugt: Durch Wachstum bekommt man als Unternehmen Chancen, aber auch als Mitarbeiter." Siemens-Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe

Bei Siemens betonte man zuletzt immer wieder, mit der Abspaltung des Energiegeschäftes sei kein neues Sparprogramm verbunden. Siemens Energy, in dem die klassischen Kraftwerksaktivitäten mit der Windenergie von Siemens Gamesa zusammengespannt werden, müsse sich erst einmal zu einer gemeinsamen Firma zusammenfinden.