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Siemens-Chef Kaeser nennt weitere Details zur Kraftwerkssparte | BR24

© picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Siemens-Chef Joe Kaeser baut den Konzern um.

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Siemens-Chef Kaeser nennt weitere Details zur Kraftwerkssparte

Siemens trennt sich mit dem Kraftwerksgeschäft von einer Traditionssparte und will diese als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen. Am Tag nach der Ankündigung gab Vorstandschef Joe Kaeser weitere Details zum Konzernumbau bekannt.

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Das Wort Krisensparte wollte Joe Kaeser so nicht stehen lassen. Vor Journalisten sagte der Siemens-Chef am Mittwochmorgen, das Kraftwerksgeschäft sei zwar nicht mehr so lukrativ wie früher. Aber mit einer Umsatzrendite von mehr als fünf Prozent stehe man besser da als die Konkurrenz.

Und in Zukunft werde die neue Firma mit ihren 80.000 Mitarbeitern noch einmal deutlich schneller und unabhängiger am Markt agieren können. Die Entscheidung für die Abspaltung habe deswegen auch die grundsätzliche Zustimmung der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat erhalten.

"Unter Risiko-Gesichtspunkten für die Siemens-Aktionäre, unter Mitarbeiter-Gesichtspunkten, unter den Chancen-Gesichtspunkten sind wir einstimmig im Vorstand und einstimmig im Aufsichtsrat zu der Auffassung gekommen. Und ich sage Ihnen ganz ehrlich: "Hätten meine Emotionen eine Rolle gespielt, dann hätte ich aus dieser Motivation das auch so bevorzugt. Aber die haben in dem Fall keine Rolle gespielt." Siemens-Chef Joe Kaeser

Kraftwerkssparte und Siemens Gamesa sollen eins werden

Wie der zukünftige Energieriese heißen wird und wo er seinen Sitz hat - das sei noch offen, sagte Kaeser. Derzeit wird das Geschäft unter dem Dach von Siemens vom texanischen Houston aus geführt. Die Aussichten seien jedenfalls gut. Das zeige schon das dicke Auftragsbuch mit Orders im Wert von etwa 70 Milliarden Euro. Dabei handle es sich nicht zuletzt um viele Wartungsverträge, bei denen die Renditen höher liegen als beim Bau zum Beispiel von Turbinen.

Ohnehin entstehe ein Branchenriese mit einem Komplettangebot rund um Strom, warb der Vorstandschef. Da Siemens dem Unternehmen seine Beteiligung am Windkraftriesen Siemens Gamesa als Mitgift ins Portfolio legt, sei dieses breiter aufgestellt als die Konkurrenz:

"Es gibt keinen Anbieter, der alle diese Leistungsmerkmale bei sich in einer Firma vereinigt. Jedem fehlt irgendetwas, einigen sogar mehr", so Kaeser.

Siemens steckt mitten im Umbau des Konzerns

Wiederholt betonte der Siemens-Chef, man wolle die Belegschaft mit diesem Wandel nicht überrumpeln. Siemens steckt derzeit ja in einem grundlegenden Umbau, der auch tausende von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern trifft, deren Stellen in andere Sparten verschoben oder womöglich ganz gestrichen werden.

Kaeser betonte, man arbeite hier offener und enger mit dem Betriebsrat zusammen als in der Vergangenheit. Diese Offenheit sei auch nötig in Zeiten, in denen es eine Debatte über die Kollektivierung von Konzernen gebe:

"Diese Debatte kommt ja nicht aus dem nirgendwo. Sie kommt auch daher, dass oft die Menschen, die sich nicht jeden Tag mit Unternehmen befassen, nur das aufnehmen, was sie hören und sehen. Und deshalb wollte ich auch noch einmal klar stellen: Siemens ist ein großer Arbeitgeber, ist ein dynamischer Arbeitgeber. Wir stellen jedes Quartal zigtausende Menschen ein und bauen sogar netto auf." Siemens-Chef Joe Kaeser

Siemens will Stellen abbauen und neue Jobs schaffen

Stellen abgebaut werden zum Beispiel in den sogenannten Zentralfunktionen von Siemens. Dort soll jeder fünfte der heute 12.500 Jobs verschwinden. Kaeser betonte aber, dass im Gegenzug im operativen Geschäft der einzelnen Firmenbereiche wesentlich mehr neue Arbeitsplätze entstünden. Es gehe jetzt auch darum, hier von einem Jobabbau betroffene Mitarbeiter bevorzugt umzuschulen.

© BR

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