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Siemens-Chef Kaeser kritisiert China | BR24

© BR / dpa-Bildfunk, Kay Nietfeld

Er beobachtet die Entwicklung in China mit Sorge: Siemens-Chef Joe Kaeser, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft.

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    Siemens-Chef Kaeser kritisiert China

    Lange hofft der Westen, China werde sich nach dem Motto Wandel durch Handel in Richtung Rechtsstaat und Demokratie verändern. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen. Nun hat sich Siemens-Chef Joe Kaeser geäußert.

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    Siemens beschäftigt in China rund 35.000 Mitarbeiter

    Ausländische Firmen klagen schon lange über Willkür und nicht eingehaltene Zusagen in China. Dass aber ein deutscher Konzernboss Peking öffentlich kritisiert, kommt selten vor. „Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen in Hongkong, aber auch in der Provinz Xinjiang aufmerksam und mit Sorge“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser gegenüber der Wochenzeitung "Die Zeit". Der Münchner Dax-Konzern beschäftigt in China rund 35 000 Mitarbeiter. Kaeser ist besorgt über Berichte zu Unterdrückung und Zwangsarbeit der uighurischen Minderheit in der chinesischen Provinz Xinjiang. Der von ihm geleitete Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft hatte im August schon einmal die Einhaltung der Menschenrechte in Xinjiang gefordert.

    Kritik an Chinas Hongkong-Politik

    Nun legt Joe Kaeser mit dem Thema Hongkong nach, wo ein neues Sicherheitsgesetz Kritiker der chinesischen Führung in Angst und Schrecken versetzt. Bis 2047 hat sich die Volksrepublik eigentlich verpflichtet, Hongkong als Sonderverwaltungsregion ein hohes Maß an Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu gewähren. Joe Kaeser findet es – Zitat – „ungewöhnlich, dass eine klare Bestätigung dieses Verständnisses durch China schon seit einiger Zeit nicht mehr erfolgt ist.“

    Europäische Firmen verlassen Hongkong

    Ähnlich besorgt ist auch Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking. Europäische Firmen verließen sich seit langem auf Hongkong als Drehscheibe des Geschäfts. Gegenüber dem BR sagte Wuttke: Ohne die dort bisher geltende Rechtsstaatlichkeit und Freiheit, eine unabhängige Justiz und ein hohes Maß an Transparenz werde die Bedeutung dieser wichtigen Metropole stark abnehmen.