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Siemens-Aktionäre entscheiden über Energy-Abspaltung | BR24

© BR/Stephan Lina

Siemens will heute heute den größten Umbau der Firmengeschichte abschließen: Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung entscheiden die Aktionäre über die Abspaltung der Energie-Sparte – ihre Zustimmung gilt als sicher.

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Siemens-Aktionäre entscheiden über Energy-Abspaltung

Siemens will heute heute den größten Umbau der Firmengeschichte abschließen: Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung entscheiden die Aktionäre über die Abspaltung der Energie-Sparte – ihre Zustimmung gilt als sicher.

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Die Zeiten der großen Industriekonglomerate sind vorbei. Dieses Credo vertreten Jim Hagemann Snabe, der Siemens-Aufsichtsratsvorsitzende, und Vorstandschef Joe Kaeser schon seit Jahren. Im Zeitalter rasanten technischen Wandels und immer neuer digitaler Anwendungen zähle nicht mehr die schiere Größe, sondern es gehe um Geschwindigkeit und Flexibilität.

Deswegen sei es sinnvoll gewesen, die Medizintechnik unter dem Namen Siemens Healthineers zu verselbständigen. Ebenso sinnvoll sei es nun, Siemens Energy aus dem Mutterhaus auszugliedern.

"Wir wollen sicherstellen, dass alle unsere Geschäfte auch in Zukunft eine Chance haben", sagt Kaeser. Deshalb sei es entscheidend, dass sich Siemens Energy selbst im Markt profilieren und fokussieren könne, einen eigenen Zugang zum Kapitalmarkt bekomme – "und sich nicht mehr hinten anstellen muss, wenn es darum geht, die Ressourcen zu verteilen".

Siemens Energy: Kraftwerksbau und Windkraft von Gamesa

In der neuen Siemens Energy bündelt der Konzern den klassischen Kraftwerksbau ebenso wie die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa. Außerdem will man groß in das Thema Wasserstoff investieren. Fossile Brennstoffe befinden sich dabei auf dem Rückzug.

Ziel ist laut Kaeser, sich aus der Kohleverstromung zu verabschieden. Zunächst aber liegen große Aufgaben vor der Führung von Siemens Energy. Aus Sicht der Aktionäre muss das Geschäft rentabler werden. Das sieht auch die Investmentgesellschaft Deka so.

Investoren wollen, dass Siemens Energy profitabler wird

"Der neue Energiekonzern Siemens Energy muss unbedingt die Profitabilität steigern", schrieb sie in einer Stellungnahme zur Hauptversammlung. Und weiter: "Will Siemens Energy an den günstigen Rahmenbedingungen der Windindustrie teilhaben, muss vor allem die Qualität des Projektmanagements bei Siemens Gamesa erhöht werden. Ansonsten ist dort der hohe Auftragsbestand 'für die Katz'."

Gerade in der Windkraftsparte hatte es zuletzt immer wieder böse Überraschungen und Gewinnwarnungen gegeben, weshalb kürzlich die Führung ausgetauscht wurde.

Kaum Gegenwind aus Belegschaft bei Siemens-Abspaltung

Keine großen Proteste gegen die neue Struktur gab es von der Arbeitnehmerseite, etwa an den großen Standorten in Franken, rund um Erlangen und Nürnberg. Für die gelassene Stimmung dürfte auch sorgen, dass Siemens bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise kommt.

Joe Kaeser hatte zuletzt noch einmal bekräftigt, man werde keine Stellen streichen müssen, auch Kurzarbeit war nur für einen vergleichsweise kleinen Teil der Belegschaft beantragt worden.

"Die Stimmung in der Belegschaft ist meines Erachtens gut. Ich denke, vor dem Börsengang hat keiner irgendwelche Ängste", sagt Thomas Pfann, Betriebsrats-Vorsitzender im Siemens-Trafowerk in Nürnberg. Viele Beschäftigte seien froh, dass sie in der Corona-Pandemie bisher fast ohne Kurzarbeit täglich zur Arbeit gehen könnten.

Siemens Energy soll Ende September an die Börse gehen

Der weitere Weg der neuen Siemens Energy ist bereits im Detail vorgezeichnet. Nach der Hauptversammlung soll es schnell gehen. Wenn die neue Firma Ende September an die Börse gebracht wird, soll jeder bisherige Siemens-Aktionär für zwei seiner Papiere eine Aktie von Siemens Energy ins Depot gebucht erhalten.

© Stephan Lina/BR

Siemens Vorstandsvorsitzender zur Abspaltung von Siemens Energy