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Sicheres Online-Shopping: So erkennen Sie seriöse Händler | BR24

© dpa/picture-alliance/ImageBroker/Michael Weber

Shoppen im Internet (Symbolbild)

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    Sicheres Online-Shopping: So erkennen Sie seriöse Händler

    Es sind nur wenige Klicks und dann bekommt man sein Schnäppchen zugeschickt: Über Online-Marktplätze, wie etwa Ebay, können Waren schnell und unkompliziert gekauft werden. Allerdings nur im Idealfall. Denn häufig werden Käufer im Internet betrogen.

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    Der Computer schien ein Schnäppchen zu sein: 3.000 Euro statt 3.500 Euro Ladenpreis. Die Fotos waren gut, der Verkäufer auf der Online-Plattform hatte hunderte guter Bewertungen und der E-Mail-Verkehr verlief schnell und ohne Rechtschreibfehler. Der Käufer überwies den Preis auf ein deutsches Bankkonto - und hörte nie wieder etwas.

    Passiert ist das einem 53-jährigen Münchner, und zugrunde liegt eine Betrugsmasche, die keine Seltenheit mehr ist, sagt Michaela Neueder von der Polizei München. Zehn Fälle wie dieser werden der Polizei jeden Tag gemeldet - allein in München.

    Die Betrüger arbeiten mit gehackten Accounts, also Konten anderer Nutzer, die nichts von dem Missbrauch ahnen - oder sie fälschen gleich ganze Shop-Websites, betreiben so genannte Fake-Shops. Und die sind leider immer schwerer zu erkennen, so die Polizei.

    Schnäppchen im Internet

    Wie können Verbraucher erkennen, dass das vermeintliche Schnäppchen nur ein Fake, das Geschäft ein Betrug ist? Je günstiger das Angebot, desto mehr Zeit sollten Sie sich nehmen, um es zu prüfen, raten Verbraucherschützer und die Polizei. Zu welchem Preis wird es woanders angeboten? Und: Gibt es bereits Bewertungen und Erfahrungsberichte zu dem betreffenden Shop oder Verkäufer?

    Gütesiegel seriös?

    Gütesiegel auf den Shop-Websites sollen den Kunden die Sicherheit geben, dass sie hier bei einem seriösen Unternehmen einkaufen. Deshalb schmücken sich aber auch Fake-Shops gerne damit. Für Sie heißt das: Klicken Sie vor einem Kauf zuerst auf das Gütesiegel und kontrollieren Sie, ob es eine Verlinkung zur Website des Siegel-Herausgebers (etwa "trusted shop") gibt. Dann in einem zweiten Schritt auf die Website dieses Herausgebers gehen, und nachschauen, ob der betreffende Onlineshop auch wirklich hier aufgelistet ist.

    Schauen Sie sich außerdem das (gesetzlich vorgeschriebene) Impressum genau an: Gibt es ein ordentliches Impressum? Gibt es die Adresse, die dort angeführt wird? Ist ein Vertretungsberechtigter genannt, und eine zugehörige E-Mail-Adresse? Wo befindet sich der Shop - in Deutschland oder im Ausland? Werfen Sie einen Blick in die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen): Fehlen sie oder stammen sie offensichtlich aus einem (schlechten) Übersetzungsprogramm, sollten Sie die Finger von diesem Shop lassen.

    Gibt es verschiedene Zahlungsmöglichkeiten?

    Hellhörig sollten die User auch werden, wenn der Verkäufer bei paypal-Zahlungen darum bittet, den Artikel per "Geld senden an Familie und Freunde" zu bezahlen. In dem Fall muss man nur die Email-Adresse des vermeintlichen Freundes - des tatsächlichen Betrügers - eingeben und dann landet das Geld auf seinem PayPal-Konto. In diesem Fall kann der geprellte Käufer den PayPal-Käuferschutz dann nicht nutzen. Denn der Schutz gilt nicht für private Zahlungen zwischen "Freunden". Damit ist das Geld erstmal weg.

    Stutzig sollten Verbraucher auch werden, wenn beim Bezahlen nur wenige Möglichkeiten angeboten werden, zum Beispiel nur Kreditkarte oder nur Überweisung ins In- oder Ausland.

    "Ein seriöser Händler wird Ihnen sicherere Geldtransfermöglichkeiten anbieten. Wir raten ganz dringend, nicht per Vorkasse zu überweisen - weder auf ein ausländisches noch auf ein deutsches Konto. Damit übergeben Sie Ihr Geld in fremde Hände und haben keinerlei Schutz." Michaela Neueder, Polizei München

    Warum auch deutsche Bankverbindungen ein Risiko sein können? Weil Betrüger mithilfe fremder Personalausweise und ahnungsloser Mithelfer über das Postident-Verfahren Konten eröffnen und damit Geld abräumen können.

    "Vertrauen Sie nicht darauf, dass Sie wieder an Ihr Geld kommen oder dass der Kontoinhaber ermittelt werden kann, wenn Sie auf ein deutsches Bankkonto Geld überweisen." Michaela Neueder, Polizei München

    Mit Paypal bezahlen?

    "Wir empfehlen in jedem Fall, Treuhanddienste wie etwa Paypal zu nutzen", rät Michaela Neueder. Lesen Sie sich vorher allerdings die Geschäftsbedingungen durch, denn es gibt auch Ausnahmen, in denen der Treuhanddienst nicht greift, wie etwa bei Geschenkkarten, Gutscheinen oder Prepaid-Karten.

    Was tun, wenn Sie auf einen Fake-Shop reingefallen sind?

    Wenn nach dem Bezahlen der Verdacht aufkommt, dass Sie möglicherweise einem Betrüger aufgesessen sind, sollten Betroffene sofort bei ihrer Bank oder dem Dienstleister, über den Sie die Zahlung abgewickelt haben, anrufen und versuchen, die Zahlung noch rückgängig zu machen. Eine Abbuchung per Lastschrift kann in der Regel auch noch nach ein paar Tagen zurückgerufen werden; bei einer normalen Überweisung muss man sich sehr schnell bei der Bank melden.

    Wer betrogen worden ist, sollte außerdem einen Screenshot von der Website des Shops machen und zusammen mit der gesamten Mail-Kommunikation (Bestellbestätigung, Kaufvertrag etc.) abspeichern und ausdrucken.

    Wer schon seit einiger Zeit von einem Verkäufer mit lapidaren Entschuldigungen hingehalten wird oder sogar überhaupt keine Antwort auf Nachfragen bekommt, sollte nicht zögern, bei der Polizei Anzeige zu erstatten.