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Serie Vermögensschutz : Wie sicher ist sicher? Teil 1 Gold | BR24

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Am 23. April 2020 kostet das Kilo Gold erstmals € 51000.

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    Serie Vermögensschutz : Wie sicher ist sicher? Teil 1 Gold

    In unsicheren Zeiten ist Sicherheit für das Ersparte gefragt. Doch versteckte Anleger-Risiken lauern überall, auch bei scheinbar "sicheren" Banken, Versicherungen, Wertpapieren und im Internet. Und sogar bei Gold. Teil 1 unserer Kapitalschutz-Serie.

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    Gold als sicherer Wertspeicher

    Wer Gold mit Geld vergleicht, versteht seinen Nutzen sofort. Seit 1999 stieg der Goldpreis in Euro um 555% . Damit verlor der Euro seit Einführung 85 % seines Wertes gegenüber Gold. Auch viele andere Währungen werteten gegenüber Gold stark ab. Kein Wunder also, dass die Notenbanken dieser Welt seit vielen Jahren Nettokäufer am Goldmarkt sind. Und wenn schon die Hüter unserer Währungen Goldreserven kaufen, dann muß das Edelmetall doch ein besonders sicherer Kapitalschutz sein, argumentieren Goldfans. Ist Gold also als Wertspeicher über jeden Zweifel erhaben, echtes, ursprüngliches Geld, nicht auf Knopfdruck vermehrbar, ewig haltbar und weltweit akzeptiert ?

    Ja, Gold ist sehr sicher, wenn es um Ausfallrisiken geht. Die liegen bei Null, denn Gold (und andere Edelmetalle) sind Werte, die nicht auf Rückzahlung durch einen Schuldner angewiesen sind (wie Mieten, Anleihen usw.).Sie haben schlicht kein Gegenparteirisiko, vorausgesetzt sie sind physisch als Münze oder Barren vorhanden. Wer Gold nur in Papierform (etwa als ETF oder Zertifikat) besitzt, hat dieses Risiko sehr wohl.

    Falschgold, Lagerprobleme und Goldverbot

    Doch auch physisches Gold hat drei ernst zu nehmende Gegner. Was, wenn der Barren oder die Münze gefälscht ist, zum Beispiel mit einem Kern aus Wolfram ?

    Und was, wenn die Regierung auf die Idee kommt, Goldbesitz zu verbieten, hoch zu besteuern oder gar zu enteignen ?

    Schließlich: Wo kann Gold sicher gelagert werden ?

    Gold-Kompetenz der Schweiz

    Die sichersten Antworten darauf findet man in der Schweiz. Gegen Fake-Gold hilft der Kauf beim integren Händler. Integer ist, wer immer frisch geprägtes Gold direkt von Veredlern bezieht. Die Schweizer Veredler stehen im Ruf, die qualitativ besten Goldbarren der Welt herzustellen.

    Beim Rückverkauf an den Händler würde das Gold des Kunden wieder an denselben Veredler verkauft. Um für Qualität zu garantieren, würde der Veredler alle Barren wieder einschmelzen, selbst wenn diese Barren in denselben versiegelten Boxen zurück kämen, in denen der Veredler sie geliefert hatte. Vorsichtige Goldkäufer fragen ihren Händler danach, ob er diese Qualitätssicherung garantieren kann.

    Noch nie hat die Schweiz Gold verboten oder konfisziert und dazu braucht es eine Volksabstimmung. Goldeigentum hat eine feste Tradition in der Schweiz und wird auch während der aktuellen Marktturbulenzen von den Schweizern enorm nachgefragt, wie eine neue Studie der Universität St. Gallen und des Edelmetallhändlers philoro belegt. Schweizer Goldveredler sind Weltmarktführer in ihrem Bereich, sie veredeln 70% aller Goldbarren der Welt. So erklären sich auch die weltweit aktuellen Lieferengpässe. Im Corona Lockdown mussten drei wichtige Schweizer Schmelzen im Tessin die Arbeit einstellen. Zudem bestehen die Schweizer Gesamtexporte zu 29% aus Gold, was dem Sektor strategische Bedeutung verleiht. Diese Faktoren sorgen in der Summe dafür, dass Goldkonfiszierungen durch den Schweizer Staat zumindest unwahrscheinlicher sind als in manchen anderen Ländern.

    Schließfächer außerhalb des Bankensystems

    Edelmetalle wie Gold und Silber sollten in den sichersten privaten Tresoranlagen verwahrt werden, in einem sicheren Rechtsgebiet und außerhalb des Bankensystems. Auch die Versicherung durch ein zuverlässiges Versicherungsunternehmen ist ganz entscheidend. Diese Versicherung muss auch Diebstahl durch Angestellte abdecken, was nicht immer der Fall ist. Zahlreichen Festungs-und Bunkeranlagen sowie Zollfreilagern wurden im Schweizer Gotthard-Massiv seit Jahrzehnten genau für diese Zwecke ausgebaut.

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    Risiko Bankrun: Wenn Banken schließen, sind "sichere" Schließfächer schwer oder gar nicht erreichbar

    Deutsche Banken dürfen Zugang sperren

    Schließfachkunden bei deutschen Kreditinstituten sollten die Regelungen kennen, die das Kreditwesengesetz (KWG) „bei Gefahr“, im Speziellen „bei Insolvenzgefahr“ von Kreditinstititen vorsieht. Wer sein Schließfach also bei einem Kreditinstitut führt, muss damit rechnen vor verschlossenen Bankgebäuden zu stehen. Zwar gehört der Inhalt des Schließfachs (etwa Bargeld oder Edelmetalle) nicht zur Insolvenzmasse. Jedoch entscheidet die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin, wann die Banken ihre Kunden heranlassen.